19.05.2004 | 12:38

Pressegespräch zum Thema „Sucht“ im NÖ Landhaus

Prokop und Schabl zeigten Ist-Zustand und Lösungswege auf

Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop, Landesrat Emil Schabl, die Fachstelle für Suchtvorbeugung sowie die NÖ Suchtkoordination luden heute zu einem Pressegespräch zum Thema „Schlagzeile: Sucht – Neue Wege zur Vermeidung von Abhängigkeit“ in das NÖ Landhaus. Grund dafür war, den aktuellen Ist-Zustand darzustellen und allgemein über Prävention zu diskutieren.

„In Niederösterreich sind aktuell 164.000 Menschen von Nikotin, 64.500 von Alkohol, 21.200 von Medikamenten und zwischen 3.800 und 5.700 Menschen von illegalen Drogen abhängig. Durchschnittlich 3.500 Niederösterreicher sterben jährlich an den Folgen des Rauchens, 2.000 an jenen des Alkoholmissbrauchs und 17 im Zusammenhang mit dem Konsum illegaler Drogen“, sagte Prokop. Der NÖ Suchtplan aus dem Jahr 2000 sei ein Rahmenplan bzw. ein Positionspapier, mit dem die Suchtarbeit in Niederösterreich neu strukturiert worden sei. Vor allem gehe es darum, bereits Kindern und Jugendlichen den richtigen Weg zu weisen. Es sei in diesem Zusammenhang auch eine kostenlose „Suchthotline“ unter der Nummer 0800/20 20 16 eingerichtet worden, die täglich von 19 bis 7 Uhr früh bzw. am Wochenende durchgehend besetzt ist. (Weitere Informationen dazu auch unter www.noe.gv.at/suchtkoordination.)

„Wir wollen die präventive Arbeit für alle Zielgruppen weiter intensivieren und vermehrt Veranstaltungen anbieten. Die finanziellen Mittel sollen so gezielt wie möglich eingesetzt werden. Beispielsweise wird eine Notschlafstelle für suchtgefährdete Jugendliche in St. Pölten eingerichtet. Auch im Rahmen der ‚Gesunden Gemeinde’ soll bewusst zum Thema hingeführt sowie der Suchtplan systematisch umgesetzt werden“, meinte Prokop.

Schabl konzentrierte sich in seinen Ausführungen auf den Ausbau der Suchtberatung in Niederösterreich. Es gebe im Land derzeit 57 Beratungsstellen, die Drogen-, Sucht- oder Beratungseinrichtungen anbieten. Bislang seien jedoch keine allgemeingültigen Kriterien für die Beratungseinrichtungen vorgeschrieben, was eine Vernetzung und Koordination zwischen diesen umso dringlicher mache. Schabl: „Eine Anpassung des Bedarfs im Suchtberatungsbereich an die regionalen Erfordernisse sowie an die aktuellen Entwicklungen und Trends im Suchtbereich ist unumgänglich. Wie im NÖ Suchtplan vorgesehen soll bis zum Jahr 2010 ein Vollausbau in vier Regionen Niederösterreichs erreicht werden.“

Als Modellregionen gelten derzeit die Bezirke Lilienfeld und Baden. Die strukturelle Verbesserung der Suchtprävention in Niederösterreich sei ein „Meilenstein“ und zeige die große soziale Verantwortung im Land; Landeshauptmannstellvertreterin Prokop habe in diesem Zusammenhang „Pionierarbeit“ geleistet. „Die Menschen, die Hilfe und Therapie benötigen, werden diese auch bekommen“, sagte Schabl abschließend.

Bei der Fachstelle für Suchtvorbeugung handelt es sich um eine vom Land Niederösterreich beauftragte Stelle zur Durchführung von Suchtprävention. Sie ist eine Informations-, Beratungs-, Kontakt- und Vermittlungsstelle für alle Belange der Suchtvorbeugung. Neben fachlicher Unterstützung bietet die Stelle auch finanzielle Hilfe zur Projektdurchführung.

Die NÖ Suchtkoordination koordiniert und unterstützt die Drogenpolitik und Suchtbekämpfungsmaßnahmen des Landes. Sie ist Ansprechpartnerin für die Öffentlichkeit sowie für die Politik in grundsätzlichen, strukturell-organisatorischen Fragen der Suchtarbeit und Bindeglied zu anderen entsprechenden Einrichtungen inner- und außerhalb von Niederösterreich. Weiters ist sie Anlaufstelle für Anfragen betreffend Drogenhilfeeinrichtungen im Land sowie Verbindungsstelle zwischen Betroffenen, Einrichtungen und Entscheidungen im Land Niederösterreich.

Nähere Informationen: Fachstelle für Suchtvorbeugung NÖ, 3100 St. Pölten, Kremser Gasse 37/DG, Telefon 02742/314 40, e-mail info@suchtvorbeugung.at, www.suchtvorbeugung.at bzw. NÖ Suchtkoordination, Abteilung Sanitäts- und Krankenanstaltenrecht, Amt der NÖ Landesregierung, 3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus 15B, Telefon 02742/9005-12731, e-mail post.suchtkoordination@noel.gv.at, www.noe.gv.at/suchtkoordination.


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