21.04.2004 | 10:48

Enquete zum Thema Wachkoma-Patienten

Prokop, Schabl: Umfassende Betreuung notwendig

Durch den medizinischen Fortschritt im Bereich der Notfallmedizin, insbesondere der Neurologie, Neurochirurgie und neurologisch orientierten Intensivmedizin, überleben heute viele Menschen schwere und schwerste Hirnschädigungen, die nach Herzstillstand, Schlaganfall und vor allem nach schweren Verkehrs- und Freizeitunfällen auftreten können. Der größere Teil der Patienten kann in die Familie und das soziale Umfeld reintegriert werden. Es bilden sich aber bei einem Teil der Betroffenen die Hirnschädigungsfolgen nur über lange Zeiträume und dann oft unvollständig zurück. Eine kleine Gruppe dieser Patienten bleibt in komaähnlichen Zuständen, die man als Wachkoma bezeichnet. Eine Enquete im NÖ Landhaus beschäftigte sich heute mit der umfassenden Versorgung von Wachkoma-Patienten.

“Der medizinische Fortschritt sichert heute das Überleben”, erklärte Landesrat Emil Schabl. Eine gute Langzeit-Therapie sei daher das Gebot der Stunde. Schabl: “Eine Gesellschaft wird auch daran gemessen, wie sie mit Schwachen und Kranken umgeht. Bei einem so schweren Schicksal muss man Patienten wie Angehörige bestmöglich unterstützen.”

Für Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop hat die umfassende Versorgung der Patienten Priorität: “Die Wachkoma-Patienten können durchaus auf ihre Umwelt reagieren. Es gibt immer wieder Fälle, wo Erfolge zu verzeichnen sind.” Sie wies darauf hin, dass es in Niederösterreich derzeit rund 80 Wachkoma-Patienten gebe. Auch für Prokop ist die Unterstützung der Angehörigen ein Schwerpunkt. “Die Versorgungsstrukturen müssen genau beleuchtet werden, spezialisierte Betreuungseinheiten sind notwendig”, meinte Prokop.

Für die Wachkoma-Patienten sind jahre- und zum Teil lebenslange medizinische, therapeutische und pflegerische Anstrengungen notwendig, um einen möglichst hohen Grad an Selbstständigkeit zu erzielen bzw. um eine Verschlechterung des erreichten Funktionsniveaus zu verhindern.

Der Niederösterreichische Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) hat sich in Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich, dem Landeskrankenhaus Grimmenstein und dem Ostarrichiklinikum Mauer die Aufgabe gestellt, den Patienten eine bestmögliche Betreuung auf medizinischer, therapeutischer und pflegerischer Ebene zu ermöglichen. Das neue Konzept sieht vor, dass Wachkoma-Patienten in spezialisierten Einrichtungen an den neurologischen Abteilungen des Landes eine qualitativ hochstehende Behandlung und Rehabilitation erhalten.


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