10.03.2004 | 14:59

Kreisgräben das Thema der NÖ Landessausstellung 2005

Erste Zwischenbilanz der Forschungsergebnisse

Die Kreisgräben, Europas älteste Monumentalbauten und neben den Helden zentrales Thema der NÖ Landesausstellung 2005 in Kleinwetzdorf/Heldenberg, werden derzeit in einem zweijährigen, von der NÖ Landesregierung vergebenen Auftrag wissenschaftlich erforscht. In Wien wurde dazu heute eine erste Zwischenbilanz der Forschungsergebnisse präsentiert.

Nach der Magnetik-Vermessung und Erstellung virtueller Modelle aller 40 in Niederösterreich befindlichen Anlagen ist es dem Team um Univ.Doz. Dr. Falko Daim, Generaldirektor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz, und Mag. Dr. Wolfgang Neubauer vom Interdisziplinären Forschungsinstitut für Archäologie der Universität Wien vor allem darum gegangen, dem Zweck der zwischen 4.800 und 4.500 v.Chr. entstandenen Anlagen auf die Spur zu kommen. Unter Rekonstruktion des jeweiligen Geländehorizonts, des Laufes der Sonne und verschiedener Sternenbahnen hat man etwa entdeckt, dass die Tore mancher Anlagen auf Sonnwendtage, die Wintersonnenwende oder das Auf- und /oder Untergehen mancher Sterne ausgerichtet sind, was erste Andeutungen der Funktionalität der Kreisgräben zulässt.

Weil diese Orientierungen nicht willkürlich, sondern mit signifikanter Häufung auftreten, sollen die Untersuchungen jetzt auf ganz Europa ausgedehnt werden. Insgesamt verzeichnet dieses paneuropäische Phänomen 80 Anlagen, manche davon in nur wenigen Kilometern Abstand voneinander. Es gibt Anlagen mit ein, zwei oder drei Kreisen bzw. zwei, vier oder fünf Toren. Der Durchmesser der Anlagen beträgt bis zu 180 Metern, die Gräben selbst reichen bis in 6,5 Meter Tiefe.

Bei der NÖ Landesausstellung soll nicht nur ein Kreisgraben nachgebaut, sondern auch virtuell rekonstruiert werden, um die Besucher in die Welt der Steinzeitmenschen vor 6.500 Jahren eintauchen zu lassen. Das zweite Thema, Helden, soll rund um das Grabmal von Feldmarschall Radetzky einen Bogen von den Mythen der Antike über das 19. Jahrhundert bis zu den Idolen der Gegenwart spannen. In der Nachnutzung des Austragungsortes ist beabsichtigt, den Heldenberg als neues Veranstaltungszentrum zu etablieren.

Nähere Informationen beim Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Kultur und Wissenschaft unter der Telefonnummer 02742/9005-13109, Mag. Dagmar Kunert, bzw. per e-mail unter dagmar.kunert@noel.gv.at.


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