04.04.2003 | 00:00

Gewerbemuseum Guntramsdorf öffnet wieder seine Pforten

Ein Beispiel niederösterreichischer Industriekultur

Die Marktgemeinde Guntramsdorf (Bezirk Mödling) lädt am Sonntag, 6. April, um 10 Uhr nach der Wintersperre zur Eröffnung des Gewerbemuseums ein. Im Museum ist eine originalgetreue Walzengravieranstalt zu sehen, die 1986 geschlossen wurde.

75 Jahre lang belieferte die Guntramsdorfer Walzengravieranstalt Johann Endler & Co. bzw. seine Nachfolger in ganz Europa die Textil- und Papierindustrie sowie Metallfolien, Kunststoffe und Glas erzeugende Betriebe mit Druck- und Prägewalzen. 1986 wurde der Betrieb der 1911 gegründeten Walzengravieranstalt eingestellt. Die Gesellschaft zur Förderung und Erforschung der niederösterreichischen Industriekultur im Viertel unter dem Wienerwald kaufte die Walzengravieranstalt und baute sie zum Museum aus, das 1989 eröffnet wurde. Seit 1991 steht das Museumsgebäude unter Denkmalschutz.

Die ausgestellten Maschinen stammen zum größten Teil aus der Zeit um 1900, die älteste Spindelpresse mit neugotischen Motiven wurde bereits 1850 in England erzeugt. Dazu gibt es Originalarbeitsplätze, Gravurtische, Drehbänke, Flaschenzüge oder Molettiermaschinen, auf denen die Übertragung des händisch hergestellten Reliefs der Moletten auf die Druck- und Prägewalzen erfolgte. Besonders stolz ist man auf rund 1.000 Stahl-Moletten, das sind handgravierte Vorprodukte der oft bis zu drei Meter langen Walzen, die zum Bedrucken von Stoffen, Papier, Karton, Leder oder Glas verwendet wurden. Zu sehen ist auch eine breite Auswahl der fertigen Muster auf Wachspapier. Die Öffnungszeiten: von April bis Oktober jeden Samstag von 14 bis 18 Uhr und jeden ersten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr.


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