31.03.2003 | 00:00

NÖ Landesakademie und ORF NÖ Wahltagsbefragung:

Fessel-GfK Institut untersuchte Wahlmotive

Die NÖ Landesakademie und der ORF NÖ haben das Fessel-GfK Institut für Marktforschung beauftragt, eine Wahltagsbefragung durchzuführen. LAK-Geschäftsführer Mag. Alberich Klinger: „Als Dienstleister für das Land Niederösterreich wollten wir speziell die Motive für die Wahlentscheidung unter die Lupe nehmen.“ Das Fessel-GfK Institut hat am Wahltag zwischen 8 und 14 Uhr 800 Telefoninterviews mit Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern geführt, die tatsächlich an der Wahl teilgenommen hatten.

Dr. Peter Ulram, Geschäftsführer des Fessel-GfK Instituts erläutert die Ergebnisse wie folgt:

Die Volkspartei erreichte ihr bestes Ergebnis bei Frauen, insbesondere berufstätigen Frauen, weiters in der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen, bei den über 60-Jährigen, sowie bei Selbstständigen und Landwirten. Sie erzielte auch eine absolute Mehrheit an Stimmen in allen Arbeitnehmergruppen. Mit steigendem Bildungsniveau erhöhte sich der Stimmenanteil für die NÖ Volkspartei.

Die SPÖ erzielte ihre höchsten Stimmenanteile bei Personen ab 45 Jahren, bei nicht beruftstätigen Frauen, sowie in der untersten Bildungsschichte. Unter den Berufstätigen schnitt sie bei Arbeitern mit etwa 42 Prozentpunkten am relativ besten ab, blieb aber auch hier deutlich hinter der ÖVP.

Die Freiheitlichen erlitten massive Stimmeneinbrüche in allen Bevölkerungsgruppen, am stärksten bei jungen Wählern und Beruftstätigen. Ihren vergleichsweise höchsten Stimmenanteil von über 10 Prozentpunkten erzielten sie bei männlichen Pensionisten.

Die Grünen erzielten ihr bestes Ergebnis bei Maturanten und Universitätsabsolventen, beinahe ein Fünftel dieser Gruppe wählte die Grünen. Gut war auch ihr Abschneiden in der Gruppe der unter 30-Jährigen mit etwa 15 Prozent der Wähler.

Die zentralen Wahlmotive für die ÖVP-Wähler waren die gute Arbeit für Niederösterreich und der Spitzenkandidat Erwin Pröll, gefolgt von Motiven der Interessenvertretung und der Tradition. Etwa jeder 2. ÖVP-Wähler begründete seine bzw. ihre Wahlentscheidung auch mit dem Wunsch nach klaren Mehrheits- und Entscheidungsverhältnissen und der Kritik an mangelnden attraktiven Kandidaten und Ideen bei den anderen Parteien.

Für die Wahl der niederösterreichischen SPÖ sprachen vor allem ihr Image als soziale Partei und Traditionsmotive, ferner das Eintreten für Arbeitsplätze und der Wunsch, dass die ÖVP nicht allein im Land bestimmen solle. An letzter Stelle folgt die Spitzenkandidatin Heidemaria Onodi.

Die beiden stärksten Wahlmotive für die Freiheitlichen waren der Wunsch, dass die ÖVP nicht allein im Land bestimmen solle und die Hoffnung, die FPÖ solle als relevante politische Kraft erhalten bleiben – also defensive Motive, gefolgt von dem Motiv, die FP solle die Mächtigen kontrollieren und dem Verweis auf langjährige Wahltradition. Auch hier war der Spitzenkandidat Franz Marchart das mit Abstand schwächste Wahlmotiv.

Die beiden stärksten Wahlmotive für die niederösterreichischen Grünen waren der Wunsch, dass die ÖVP im Land nicht allein bestimmen können soll und die Hoffnung auf Bewegung und neue Ideen im Land durch die Grünen. Es folgen die Vertretung der Interessen und erst an vierter Stelle der Einsatz der Grünen für mehr Umweltschutz. An letzter Stelle begründeten die Grünwähler ihre Wahlentscheidung mit der Spitzenkandidatin Madeleine Petrovic.

Einen wesentlichen Hintergrundfaktor für die Wahlentscheidung bildeten somit die Persönlichkeiten der Spitzenkandidaten. Zwei Drittel der niederösterreichischen Wähler und Wählerinnen gaben an, sie hätten bei einer Direktwahl des Landeshauptmannes Erwin Pröll gewählt, nur 19 Prozent sprachen sich bei der Direktwahlpräferenz für die SPÖ-Spitzenkandidatin aus, Madeleine Petrovic von den Grünen kam auf 4 Prozent und Marchart von der FPÖ blieb mit einem Prozent beinahe unter der Wahrnehmungsschwelle in positiver Hinsicht.


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