21.03.2003 | 00:00

In Loosdorf soll ein Naturschutzgebiet entstehen

55 Vogelarten im „Ofenloch“ an der Pielach

In der Katastralgemeinde Albrechtsberg, Marktgemeinde Loosdorf, liegt an der Pielach mit 25 Hektar Fläche das Landschaftsjuwel „Ofenloch“, das Bürgermeister Landtagsabgeordneter Josef Jahrmann gemeinsam mit dem Land Niederösterreich, der EU und dem LIFE-Projekt „Lebensraum Huchen“ zu einem Naturschutzgebiet machen will.

Ein naturbelassenes Naherholungsgebiet würde hier im „Ofenloch“, so die mundartliche Bezeichnung, entstehen, sagte Jahrmann zu diesem Projekt. „Am rechten Ufer schneidet der Fluss Ausläufer des Dunkelsteinerwaldes, am linken Ufer liegt die Sturmau“, erklärte er, warum die Lage dieses künftigen Naturschutzgebiets besonders reizvoll ist. „Mit den Besitzern der Grundstücke ist man jedenfalls bereits einig“, argumentierte der Abgeordnete. Das Augebiet sei auch ein wichtiger Beitrag zum passiven Hochwasserschutz für das nahe an der Pielach gelegene Siedlungsgebiet von Loosdorf. Zudem sei die Au ein wichtiges Trinkwasser-Schutzgebiet für die Gemeinde.

Das Agrarverfahren mit der Vermessung und den anschließenden Grundzusammenlegungen ist bereits eingeleitet. 12 Hektar werden von privaten Grundstücksbesitzern angekauft, 5,5 Hektar beträgt das öffentliche Wassergut und rund 8 Hektar Grund steuert die Marktgemeinde Loosdorf bei. Rund 100.000 Euro, so Jahrmann, wende die Gemeinde für Grundstückskäufe auf.

Im „Ofenloch“ findet man vor allem einen naturnahen Eichen-Hainbuchen-Hangwald. Entlang der Pielach steht ein urwüchsiger Auwald mit riesigen Silberweiden und Pappeln. Nur kleine Teile des „Ofenlochs“ sind mit standortfremden Gehölzen wie Akazien, Hybridpappeln oder Fichten bepflanzt. Seltene Arten wie Eisvogel, Wasseramsel und Gänsesäger brüten an der Pielach, im Augebiet und im Hangwald kommen fünf Spechtarten vor, im gesamten „Ofenloch“ beachtliche 55 Vogelarten, darunter fünf Arten der „Roten Liste“. Zudem wurden rund 20 Fischarten festgestellt, im Mündungsbereich in die Donau sogar 29 Arten. Der Huchen hat in Niederösterreich an der Pielach sein bedeutendstes Vorkommen. Auch Amphibien wie Erdkröte oder Springfrosch kann man im „Ofenloch“ beobachten.


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