03.03.2003 | 00:00

Eine gute Familienpolitik ist die beste Sozialpolitik

LH Pröll: Vorbeugende Hilfe und Hilfe zur Selbsthilfe

Die Politik allein könne das Ziel, Niederösterreich als „Insel der Menschlichkeit“ weiter zu entwickeln, nicht erreichen, betonte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll am Sonntag in der Radiosendung „Forum Niederösterreich“: „Es geht in der Sozialpolitik vor allem um Eingliederung statt Ausgrenzung. Wir brauchen viele Menschen mit Herz. Menschen, die nicht wegschauen, wenn ihre Nachbarn Sorgen und Nöte haben.“ Er verwies darauf, dass das Land in den letzten vier Jahren die Sozialhilfeausgaben von 352 auf 419 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt hat, die Aufwendungen für die Menschen mit besonderen Bedürfnissen seien sogar von 67 auf fast 100 Millionen Euro gesteigert worden.

Für das heurige Europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen kündigte der Landeshauptmann eine Reihe von Initiativen an. Gemeinsam mit dem ORF-Niederösterreich wurde eine Aktion „Schutzengel“ gestartet, um für die Anliegen der Betroffenen zu werben und Vorurteile abzubauen. Mit einer Aktion „Ich bin Dein Freund“ sollen Menschen mit Behinderungen verstärkt in die Vereine eingebunden werden. Pröll weiter: „Das Land geht mit gutem Beispiel bei der Eingliederung ins Berufsleben voran und nimmt im Rahmen des Beschäftigungsprojektes für Menschen mit besonderen Bedürfnissen weitere 50 in den Landesdienst auf.“

Die beste Sozialpolitik, so der Landeshauptmann, sei eine gute Familienpolitik, „deshalb setzen wir alles daran, unsere Position als Familienland Nummer eins zu halten und auszubauen.“ Gesunde Familien verhindern, dass viele soziale Probleme überhaupt entstehen und sie sind auch eher in der Lage, plötzliche Schicksalsschläge zu bewältigen. „Selbstverständlich“, so Pröll, „brauchen sie dazu unsere Hilfe. Dabei arbeiten wir eng mit den verschiedenen Wohlfahrtsträgern wie Hilfswerk, Volkshilfe und Caritas zusammen. Denn diese Institutionen, die in den Gemeinden verankert sind, können vieles besser leisten, als eine noch so hilfsbereite Behörde.“

Die größte dieser Wohlfahrtsorganisationen, das NÖ Hilfswerk, hat in diesen Tagen sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Einer der Gründer und durch 24 Jahre Geschäftsführer war der Weinviertler Sozialpionier Erich Fidesser, der in der Sendung die gute Zusammenarbeit mit dem Land und den Gemeinden als eines der Erfolgsrezepte bezeichnete. Anlass für die Gründung vor 25 Jahren sei ein gesellschaftlicher Wandel gewesen, der zu einem gewaltigen Anwachsen der Nachfrage im Bereich der Pflege und der Kinderbetreuung geführt hat. Das Hilfswerk wolle selbstverständlich die Familie nicht ersetzen, sondern sie unterstützen und damit vorbeugende Hilfe und Hilfe zur Selbsthilfe leisten.


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