28.02.2003 | 00:00

Studie zu Althaussanierungs-Potenzialen

Wohnbauförderung wirtschaftlich und ökologisch notwendig

In St. Pölten präsentierte gestern Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop gemeinsam mit Experten eine von der Gemeinschaft Dämmstoff Industrie beauftragte und von der Donau-Universität Krems und der Universität Klagenfurt durchgeführte Studie zu den Potenzialen in der Althaussanierung.

Als Musterhaus angenommen wurde ein 1963 errichtetes, typisches freistehendes Einfamilienhaus mit zwei Geschossen, dessen Emissionswert ohne Sanierung nahezu 12 Tonnen CO2 beträgt. Mit einer bestandserhaltenden Sanierung kann dieser Wert auf 4,9 Tonnen, mit einer Sanierung in Richtung Niedrigenergiehaus auf 2,4 Tonnen CO2 reduziert werden.

Im gleichen Ausmaß sinken die Heizkosten von 1.900 Euro auf unter 400 Euro pro Jahr. Bei durchschnittlichen Kosten einer thermischen Sanierung von 11.000 bis 15.000 Euro ergeben die über 1.000 Euro Heizkostenersparnis pro Jahr eine jährliche Rendite zwischen 7 und 12 Prozent. Die Amortisation der Kosten liegt ohne Förderung bei rund zehn Jahren. Das seit 1. Jänner 2003 neue NÖ Fördermodell für Althaussanierungen bewirkt allerdings, dass die Amortisationsdauer auf Null reduziert und bereits im ersten Jahr eine Nettoersparnis erzielt wird.

Prokop betonte in diesem Zusammenhang, energiesparendes Bauen sei das Thema der Zukunft. Die niederösterreichische Klimabilanz zeige Fortschritte, noch immer gebe es aber ein riesiges ungenutztes Potenzial von rund 250.000 Althäusern, die vor allem zwischen den sechziger und achtziger Jahren nicht sehr energiebewusst gebaut worden sind.

Wohnbauförderung, so Prokop weiter, sei kein „Hobby der Länder“, sondern eine wirtschaftliche und ökologische Notwendigkeit. Die neuerlich seitens des Bundes auftauchenden Signale, Wohnbauförderungsmittel zu transferieren, erschwerten den Weg der Wirtschaftlichkeit, der Arbeitsplatzsicherung und der Erreichung des Kyoto-Ziels. In Niederösterreich seien mit dem Wohnbau seit 1998 mehr als 7,5 Milliarden Euro an Investitionen ausgelöst und 120.000 Wohnungen und Eigenheime gefördert worden. 35 Prozent der gesamten Bauproduktion entfallen in Niederösterreich auf den Wohnbau, wodurch jährlich über 30.000 Arbeitsplätze abgesichert werden.

Die neue NÖ Sanierungsförderung folgt dem Motto: Je niedriger der errechnete Energiebedarf, desto höher die Förderung. Im Konkreten besteht die Basisförderung aus einem konstanten nicht rückzahlbaren Zuschuss zu den Annuitäten auf die Dauer von zehn Jahren in der Höhe von jährlich 5 Prozent. Bei Instandsetzungen werden 50 Prozent der anerkannten Sanierungskosten gefördert, bei leichten thermischen Sanierungen 60 Prozent und bei Heizungsanlagen mit biogenen Brennstoffen oder Umweltenergie 70 Prozent.

Bei behindertengerechten Maßnahmen werden ebenso 100 Prozent der anerkannten Sanierungskosten gefördert wie bei einer thermischen Verbesserung des gesamten Gebäudes. Dazu muss ein Energieausweis erstellt werden und die Energiekennzahl-Differenz zwischen Ist-Zustand des Altgebäudes und dem verbesserten Zustand 50 Prozent betragen. Die förderbare Obergrenze der Sanierungskosten beträgt 550 Euro pro Quadratmeter Wohnnutzfläche bei einer maximalen Nutzfläche von 130 Quadratmetern.

Nähere Informationen unter der Telefonnummer 02742/9005-12221, Josef Wally, e-mail josef.wally@noel.gv.at.


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