20.02.2003 | 00:00

Kaum Fälle von Jugendsatanismus in NÖ

Nicht überbewerten, aber auch nicht verharmlosen

„In Niederösterreich gibt es kaum Fälle von Jugendsatanismus. Es ist eine Randerscheinung zwischen Religion und Kriminalität“, erläutert der Sektenbeauftragte des Landes Niederösterreich, Mag. Peter Pitzinger. Lediglich der „informelle“ Satanismus, bei dem sich Jugendliche zusammenfinden, um zu experimentieren, sei erwähnenswert. Satanismus sei zum Teil eine Freizeitbeschäftigung. Musikgruppen und der Handel leben nicht schlecht davon. Pitzinger: „Satanismus ist oft reiner Protest, der nicht nur in konservativen Elternhäusern vorkommt. Schwarze Kleidung, satanistische Symbole, Dekorationen, Musik usw.“. Pitzinger rät den Eltern, diese Phase weder überzubewerten noch zu verharmlosen. Gefährlich werde Satanismus erst, wenn Handlungen und Rituale, die meist in Gruppen erfolgen, in kriminelle Handlungen abgleiten. Die Palette reiche dabei von Graffiti sprühen über Sachbeschädigungen in Friedhöfen und Kirchen bis hin zur Körperverletzung. Dann ist der Ausstieg oft nicht leicht. Bewährt haben sich Elterngruppen und die Unterstützung von Experten.

Laut Pitzinger ist Satanismus nicht mehr versteckt und geheim, sondern durch Fernsehen, Internet und Bücher verbreitet. Trotzdem hätten aber nur zwei Prozent der Jugendlichen bereits selbst an okkulten Handlungen teilgenommen.

Die Grauzone zu Gruppen wie Grufties ist schwer abzustecken: Nicht jeder, der schwarze Kleidung oder ein Pentagramm trägt, ist ein Satanist. „Meist ist Jugendsatanismus ein Protest und Hilferuf“, resümiert Pitzinger.


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