07.02.2003 | 00:00

Hohe Zufriedenheit mit Ausmaß und Tempo der Hilfe

Studie zu Hochwasser-Katastrophenhilfe aus Sicht der Opfer

In der NÖ Landesakademie in St. Pölten präsentierten gestern Mag. Alberich Klinger und Dr. Rudolf Bretschneider eine im Auftrag der LAK und der Erste Bank erstellte Fessel-GfK-Studie zur Hochwasser-Katastrophenhilfe aus der Sicht der Opfer in Niederösterreich und Tschechien. Befragt wurden dabei im Oktober 2002 jeweils rund 200 Hochwasseropfer im Kamptal und in Mährisch Krumlau.

Klinger betonte, dass bezüglich Hilfeleistungen Feuerwehr, persönliche Bekannte und freiwillige Helfer an vorderster Stelle liegen. Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll habe auch im November in Grafenegg 14 Freiwilligen-Organisationen stellvertretend für ihre 65.000 Helfer, die 1,3 Millionen Einsatzstunden verzeichneten, mit einem „Schutzengel“ ausgezeichnet. Dazu kämen nochmals 65.000 nicht organisierte Helfer, nicht zuletzt deshalb hätten 27 Prozent der niederösterreichischen Bevölkerung allgemeine Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt als besonders positiv wahrgenommen.

Die Studie werde als Grundlage für die Arbeit der bei der LAK eingerichteten Hochwasserplattform dienen, die wissenschaftliche Ursachen und Wirkungen erforschen und Strategien für künftige Schutzmaßnahmen entwickeln soll. „Die Ergebnisse zeigen trotz aller Tragik der Ereignisse eine hohe Zufriedenheit mit Ausmaß (80 Prozent) und Tempo (90 Prozent) der Hilfe und bestätigen deutlich die Bestrebungen des Landes, ein grenzüberschreitendes Krisenmanagement zu institutionalisieren“, so Klinger, der in diesem Zusammenhang auch an das Basisübereinkommen zwischen Niederösterreich und Südböhmen, Südmähren und Iglau erinnerte.

Bretschneider präzisierte, dass in Niederösterreich 84 Prozent die Frage nach ausreichender Soforthilfe bejahten oder eher bejahten (in Tschechien: 61 Prozent) bzw. 83 Prozent meinten, ausreichend oder eher ausreichend Hilfe zugesagt bekommen zu haben (in Tschechien: 51 Prozent).

In Niederösterreich haben 87 Prozent dem Bundesheer, 85 Prozent der Feuerwehr, aber auch 75 bzw. 74 Prozent Versicherungen und Banken ein hohes Hilfspotenzial zugesprochen. Beim tatsächlichen Hilfseindruck, wie sehr die Institutionen tatsächlich geholfen haben, kommen die Feuerwehr auf 89 Prozent, persönliche Bekannte auf 81 Prozent, freiwillige Helfer auf 76 Prozent, Versicherungen auf 59 Prozent und Banken auf 38 Prozent. Der NÖ Landesregierung wurde ein Hilfspotenzial von 57 Prozent zugeschrieben, 68 Prozent aber verzeichneten tatsächliche Hilfe.

34 Prozent der österreichischen bzw. 10 Prozent der tschechischen Hochwasseropfer gaben an, wegen der Katastrophe Kredite aufnehmen haben zu müssen. In Österreich befürworten 88 Prozent, in Tschechien 73 Prozent die Einrichtung eines grenzüberschreitenden Krisenstabs. Österreichische Hochwasseropfer waren zu 46 Prozent, tschechische zu 45 Prozent bereit, persönlich jenseits der Grenze zu helfen.

Als besonders belastend empfanden die Befragten im Kamptal zu wenige oder falsche Informationen (19 Prozent), keine oder zu späte Alarmierung (14 Prozent) bzw. Angst (12 Prozent) und existenzielle Bedrohung (10 Prozent). Als besonders positiv wurden allgemeine Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt zu jeweils 27 Prozent hervorgehoben, in Tschechien lag dieser Wert nur bei 17 Prozent.


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