16.01.2003 | 00:00

Gabmann: Sofortprogramm am Bau auch für 2003

In NÖ werden im Februar 10.000 Wohneinheiten freigegeben

Ähnlich wie im Vorjahr, als sich die schlechte Baukonjunktur abzeichnete, wird das Land Niederösterreich auch heuer ein Sofortprogramm starten, das aus vorgezogenen Investitionen besteht, kündigte gestern Landesrat Ernest Gabmann bei einer Pressekonferenz im Anschluss an den NÖ Landesbautag 2003 in Puchberg am Schneeberg an. Der Wohnbaugipfel soll auf Februar vorgezogen werden. Auf diesem Gipfel sollen 500 Millionen Euro für 10.000 Wohneinheiten freigegeben werden. Darüber hinaus seien für 2003 rund 150 Millionen Euro für den Straßenbau vorgesehen, und man prüfe, ob nicht andere Investitionen ebenfalls früher begonnen werden können. „Die Bauwirtschaft ist eine Konjunkturlokomotive“, bekräftigte Gabmann die Absicht, durch öffentliche Bauinvestitionen eine ausreichende Beschäftigung für die NÖ Bauwirtschaft sicherzustellen.

Die von ihm im September 2002 eingesetzte Arbeitsgruppe gegen organisierte Schwarzarbeit sei eifrig tätig, meinte Gabmann weiter. Der organisierte Pfusch sei nur durch koordiniertes Vorgehen und durch Anzeigen erfolgreich zu bekämpfen.

Der Landesinnungsmeister der NÖ Bauwirtschaft, Ing. Manfred Schuster, legte ein Sechspunkteprogramm vor. Auch er trat für eine bessere Koordination bei der Bekämpfung des Pfusches ein, weiters für die Rückführung der Bauhöfe der Gemeinden und des Landes in die Privatwirtschaft, weil dadurch z.B. preisgünstigere und billigere Leistungen zu erzielen seien. Die Landesinnung begrüße zwar die ökologischen Maßnahmen des Landes beim Wohnbau, verlange aber auch ausführbare Bedingungen und längere Übergangszeiten. Im Verkehrsbau sollen die zuständigen Stellen, so Schuster, gezwungen werden, in kleineren Baulosen auszuschreiben. Die ÖBB solle verpflichtend auch die Klein- und Mittelbetriebe, etwa beim Hochleistungsstreckenbau, beschäftigen.

Die Präsidentin der NÖ Wirtschaftskammer, KR Sonja Zwazl, forderte die gewerksweise Vergabe öffentlicher Aufträge, weil nur dann klein- und mittelständische Betriebe die Möglichkeit hätten, sich an entsprechenden Ausschreibungen zu beteiligen. Die seit Anfang des Jahres geltende stärkere Förderung der kleinvolumigen Althaussanierung begrüßte Zwazl. Sie trat auch für die Reduktion öffentlicher Eigenregieleistungen ein.

In der NÖ Bauwirtschaft sind – Stand: November 2002 – 44.090 Beschäftigte tätig, um 878 weniger als im November 2001. Die gesamte Bauwirtschaft in Niederösterreich hat mit Dezember 2002 9.280 Arbeitslose, um 147 weniger als im Dezember 2001. Die Schwarzarbeit in Niederösterreich beim Bau und Bauhandwerksgewerbe im Jahr 2002 wird von Wirtschaftsforschern auf rund 1,32 Milliarden Euro geschätzt.


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