13.01.2003 | 00:00

Aktuelle Studie zeigt:

Deutsche Heimzustände in Niederösterreich undenkbar

Erschütternde Ergebnisse brachte eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover an den Tag: Jeder siebente untersuchte Verstorbene war vor seinem Tod falsch gepflegt worden. Bei der Überprüfung von 150 Heimen in Niedersachsen wiesen ein Drittel schwere Mängel im Umgang mit den Bewohnern auf. Zu wenig Flüssigkeit, Unterernährung und Wundliegen („Dekubitus“) waren die Hauptursachen.

Zustände, die in den niederösterreichischen Pflegeheimen völlig undenkbar sind und von Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop kategorisch ausgeschlossen werden. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf eine aktuelle Studie des NÖGUS (NÖ Gesundheits- und Sozialfonds), die von Oktober 2001 bis August 2002 an den NÖ Fondskrankenanstalten durchgeführt wurde. Bei einer Gesamtstichproben-Größe von insgesamt 5.697 Patienten trat lediglich bei 382 Patienten oder 6,7 Prozent ein „Dekubitus“ auf. „Ein höchst erfreulicher Prozentsatz, der jedem internationalen Vergleich standhält“, so Prokop. „In der ‚Prinz-Studie‘ in Deutschland wird beispielsweise von einem durchschnittlichen ‚Dekubitus‘-Wert von 12 Prozent gesprochen. Besonders erfreulich in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass von diesen 6,7 Prozent nur ein Anteil von 1,5 Prozent aus den Pflegeheimen, 1,8 Prozent aus den Spitälern und mit 3,4 Prozent der überwiegende Anteil von zu Hause mit „Dekubitus“ eingeliefert wird. Darüber hinaus sind die von den deutschen Krankenkassen geforderten Qualitätskontrollen in Bezug auf Unterernährung oder mangelnde Flüssigkeit in Niederösterreich schon seit vielen Jahren fixer Bestandteil unseres Pflegesystems“, betont Prokop.

„Uns ist der Umgang mit alten, pflegebedürftigen Menschen seit Jahren ein wichtiges Anliegen. Das ist auch der Grund, warum wir in der Aus- und Weiterbildung, Supervision und Qualitätskontrolle derart strenge Maßstäbe anlegen. Menschliche Fehlleistungen sind zwar nie, generelle systembedingte Fehlentwicklungen jedoch für Niederösterreich auszuschließen“, so Prokop.

Nähere Informationen: Mag. Werner Schwarz (Büro LHStv. Prokop), Telefon 02742/ 9005-12199, e-mail w.schwarz@noel.gv.at.


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