17.01.2003 | 00:00

Prokop gab Startschuss für neue „Schutzengel“-Aktion

Sensibilisierung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Beim Besuch der Tagesheimstätte des Vereins „Behindertenhilfe – Bezirk Korneuburg“ in Stockerau gab gesten Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop den Auftakt der Aktion „Schutzengel“ bekannt. „Bei dieser gemeinsam vom Land Niederösterreich und dem ORF Niederösterreich getragenen Aktion im Europäischen Jahr der Menschen mit besonderen Bedürfnissen 2003 geht es in erster Linie darum, eine Sensibilisierung der Bevölkerung für ein verändertes Bild von Menschen mit Behinderungen herbeizuführen“, erklärte Prokop.

„Nach wie vor sind die Bilder, die sich unsere Gesellschaft von behinderten Menschen macht, stark von Vorurteilen, Mitleid und Defiziten geprägt. Dieser falschen Anschauung soll entsprechend entgegengewirkt und der niederösterreichischen Bevölkerung der Eindruck vermittelt werden, dass es keineswegs etwas ‚Abnormales‘ ist, wenn jemand behindert ist. Mit dieser Aktion soll zudem darauf hingewiesen werden, dass Menschen mit Behinderungen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen wie alle anderen Menschen auch haben“, so Prokop.

„Ihre Behinderung ist vielmehr eine Eigenschaft und integraler Bestandteil ihrer Persönlichkeit. Auch der Umgang mit ihnen sollte völlig ‚normal‘ verlaufen und keiner wie auch immer gearteten besonderen ‚mitleidenden‘ Einstellung bedürfen. So gesehen hat das Behindertenkonzept der österreichischen Bundesregierung aus dem Jahr 1992 – wo es heißt ‚Das Leben behinderter Menschen soll sich möglichst wenig von dem nichtbehinderter Menschen unterscheiden‘ – nach wie vor volle Gültigkeit“, führte Prokop weiter aus.

Mit den Worten „Nennen Sie uns Menschen, die Barrieren abbauen! Nennen Sie uns behinderte Menschen, die den Alltag meistern! Nennen Sie uns einen Schutzengel!“ rief Prokop abschließend zu einer regen Beteiligung an dieser Aktion auf.

In Stockerau konnte sich Prokop auch von den großen Fortschritten im NÖ Behindertenwesen überzeugen: So werden vom Verein „Behindertenhilfe – Bezirk Korneuburg“, im Jahr 1978 aus einer Elterninitiative heraus von Dipl.Ing. Leopold Müllner gegründet, inzwischen insgesamt 100 behinderte Menschen aus dem Bezirk Korneuburg betreut. Der Verein verfügt mit der Tagesheimstätte in Stockerau, einem Wohnhaus in Langenzersdorf und einer Tagesheimstätte sowie einem Wohnhaus in Oberrohrbach über drei Standorte.

Das Besondere daran ist, dass all diese Behinderteneinrichtungen in vielen Fällen nur eine Zwischen- und keine Endstation darstellen. „Menschen mit besonderen Bedürfnissen werden hier derart gut ausgebildet und geschult, dass sie schon sehr bald in die Selbstständigkeit entlassen und in den Arbeitsmarkt integriert werden können“, betonte Prokop.

Nähere Informationen unter der Telefonnummer 02742/9005-12199, Mag. Werner Schwarz, bzw. per e-mail unter w.schwarz@noel.gv.at.


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