04.12.2003 | 10:27

Broschüre über das Wasser im Weinviertel

„Wasser im Weinviertel. Wie das Wasser zum knappen Gut wurde und was wir machen können, damit es dort bleibt, wo es benötigt wird“, nennt sich eine Broschüre, die dieser Tage von Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank vorgestellt wurde. Diese 20-seitige Broschüre wurde im Rahmen des INTERREG IIIA-Projekts „Landwirtschaft und Wasser“ aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung gefördert. Herausgeber ist das Weinviertel-Management in Zistersdorf. Die Broschüre kann beim Weinviertel-Management, 2225 Zistersdorf, Hauptstraße 31, Telefon 02532/2818, bestellt werden. Eine kurze Zusammenfassung in slowakischer Sprache ergänzt die Broschüre.

Zentrales Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist ein europäischer Gewässerschutz auf einheitlich hohem Niveau. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten der EU, binnen weniger Jahre einen guten ökologischen Zustand der Gewässer zu erreichen. Im Weinviertel wurden aber fast alle Bäche reguliert und durch die harte Verbauung ihrer Ufer in der Dynamik unterbunden. So wurden entlang der Zaya bereits 1829 erste große Regulierungsmaßnahmen begonnen, der Hauptteil der Arbeiten erfolgte aber erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Zudem verfielen im 20. Jahrhundert die künstlich angelegten Mühlbäche immer mehr, und auch die zahlreichen Teiche mussten trockenen Kulturen weichen. Verarmungen von Fauna und Flora waren die Folge. Mit dem Rückgang der Feuchtwiesen im Weinviertel sind auch viele Pflanzenarten der durch Wasser geprägten Lebensräume verschwunden.

In den letzten Jahren liefen im Weinviertel umfangreiche Maßnahmen an, um den Gewässern wieder mehr Raum zu geben. So wurden z. B. an der Pulkau, an der Zaya, etwa bei der Mündung des Taschlbaches und bei Wenzersdorf, am Russbach, Stempfelbach und Weidenbach zahlreiche Rückhaltebecken und Gerinneaufweitungen geschaffen, welche die Hochwässer aus den Siedlungen fernhalten sollen. Das ist aber nur der Anfang der Entwicklung. Die Hochwässer im August 2002 haben bereits gezeigt, dass die Speicherfähigkeit bei natürlichen oder naturnahen Gewässern wesentlich größer ist als bei ausgebauten.


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