21.11.2003 | 11:03

Neuer Meilenstein für Gewässervernetzung

Weiterer ehemaliger Seitenarm der Donau wird angebunden

Der Nationalpark Donau-Auen hat bereits mehrere Gewässervernetzungsprojekte mit großem Erfolg realisiert. Internationale Experten profitieren vom Know-how und den Erfahrungen der Nationalpark-Gesellschaft. Nun erfolgt der Startschuss zu einem weiteren Projekt nahe der Grenze zu Wien im Bereich Schönau (Stadtgemeinde Großenzersdorf): Getreu der Devise „Wasser in die Au“ wird hier ein weiterer ehemaliger Seitenarm der Donau angebunden.

Die Auenlandschaft bei Schönau ist durch Schutzdamm, Traversen und Uferverbauungen weitgehend von der Donau abgeschnitten. Hochwässer können die Altarme nur mehr kurzzeitig durchströmen, bringen aber feines Sediment in die Au. Die Altarme verlanden daher, und Wasserflächen gehen verloren. Ehemalige Schotterbänke sind von mächtigen Feinsandschichten bedeckt und gänzlich bewaldet. Gleichzeitig gräbt sich die Donau jährlich tiefer in die Sohle.

Nun soll erneut ein Gleichgewicht von Erosion und Anlandung geschaffen werden. Wie bereits an mehreren Donau-Abschnitten im Nationalpark erfolgreich durchgeführt, wird auch bei Schönau der Seitenarm wieder mit der Donau verbunden und dynamisiert. Dadurch werden die Strömungsverhältnisse verbessert und die angesammelten Feinsedimente wieder vermehrt beseitigt. Selten gewordene Lebensräume entstehen neu und ermöglichen gefährdeten Arten die Wiederbesiedlung. Auch die Wasserqualität wird verbessert.

Die baulichen Maßnahmen:

Oberhalb der Traversen wird durch eine Uferabsenkung das Gewässer wieder an die Donau angebunden.

Beide Schönauer Traversen erhalten einen 20 Meter breiten Brückendurchlass. Fußgänger oder Einsatzfahrzeuge können die Traversen weiterhin nutzen.

Der Altarm unterhalb der Traversen, das Mannsdorfer Hagel, erhält eine weitere Einströmöffnung zur Donau.

Der Bau begann dieser Tage, die Projektdauer beträgt rund drei Monate. Das Projekt wird über die Förderschiene LIFE der EU und durch Mittel der Projektpartner - Wasserstraßendirektion, Lebensministerium, NÖ Landesregierung und Nationalpark Donau-Auen - finanziert.


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