14.10.2003 | 15:48

Bundesstrukturkommission gibt grünes Licht für „MedAustron“

Meilenstein für Wiener Neustadt

Als „gesundheitspolitischen Meilenstein für unsere Stadt“ bezeichnete heute in einer Pressekonferenz in Wiener Neustadt Vizebürgermeister Holger Linhart die einstimmige Entscheidung der Bundesstrukturkommission, dass das Krebsforschungs- und -behandlungszentrum „MedAustron“ in der „Allzeit Getreuen“ errichtet werden soll. Bei ihrer gestrigen Sitzung in Wien empfahlen Vertreter des Bundes, der Länder, der Sozialversicherung, der Ärztekammer, der Krankenhäuser sowie von Städte- und Gemeindebund unter dem Vorsitz von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat ausdrücklich die Realisierung des Projekts. Als nächster Schritt stehen nun konkrete Finanzierungsverhandlungen am Programm; federführend dabei ist das Land Niederösterreich. Neben dem Bund, dem Land und der Stadt Wiener Neustadt sollen allenfalls auch „Private“ beteiligt werden.

Linhart zeigte sich jedenfalls optimistisch. Lob kommt auch für das Land Niederösterreich: „Nur durch die klare Positionierung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und die Bereitstellung der entsprechenden Mittel sind wir überhaupt so weit gekommen“, meinte Linhart. Nun gelte es, in den nächsten Wochen weiterhin „Hand in Hand zu marschieren, um das Projekt endgültig zu bekommen“, so der Vizebürgermeister.

Seit 1995 wird das Projekt vorangetrieben. In den letzten zehn Jahren haben Stadt und Land über fünf Millionen Euro in die Planung und Projektierung investiert. Die Gesamtinvestitionskosten werden sich auf rund 100 Millionen Euro belaufen, die jährlichen Betriebskosten auf etwa 20 Millionen. Auf wirtschaftlicher Ebene wird derzeit ein Businessplan ausgearbeitet. Konzipiert ist das Zentrum im klinischen Routinebetrieb für 1.200 Patienten pro Jahr. Durch Ausweitung kann diese Kapazität auf bis zu 2.000 Patienten gesteigert werden. Insgesamt 40 Mitarbeiter sind bereits im Projekt involviert, das der gesamten österreichischen Medizin ein enormes Anliegen ist. So steht z.B. die Gesellschaft für Radioonkologie, und damit alle Strahlentherapeuten, hinter „MedAustron“. Ein wesentlicher Erfolg gelang im Jänner dieses Jahres, in dem die führenden europäischen Köpfe und Institute auf dem Gebiet der Ionenforschung und -therapie mit ins Boot geholt wurden. Unterstützung kommt auch von der EU. Denn „MedAustron“ ist das einzige österreichische Großforschungsprojekt, das der Rat für Forschung und Technologieentwicklung im internationalen Forschungs- und Innovationsplan empfiehlt.

Die nächsten Schritte: Medizinische Grundlagenforschung, Entwicklung eines Bestrahlungstisches mit Ultraschall-Scannsystem, Ausbildung einer medizinisch-technischen Basisgruppe und Optimierung von Bestrahlungsprogrammen. Wenn die endgültige Zustimmung erfolgt, wird das technische Design zwei Jahre in Anspruch nehmen. Der Bau kann innerhalb von vier Jahren abgeschlossen sein. Die Ionengantry soll in acht Jahren in Betrieb gehen.


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