30.09.2003 | 14:23

Kranzl zum „Internationalen Tag der älteren Generation“

Altwerden in Niederösterreich

Der morgige „Internationale Tag der älteren Generation“ stand heute in St. Pölten im Mittelpunkt einer Pressekonferenz mit Landesrätin Christa Kranzl. Von den rund 1,6 Millionen Einwohnern in Niederösterreich seien fast 22 Prozent über 60 Jahre alt. In den nächsten 20 Jahren würde die Zahl der über 85-jährigen in Niederösterreich von 22.000 auf 51.000 steigen, die stationären Pflegeplätze für diese Altersgruppe von 2.500 auf 4.300, so Kranzl. Derzeit würden zwar immer noch ungefähr 80 Prozent der älteren Menschen in ihren eigenen vier Wänden betreut und alt werden, sie würden aber zunehmend fremde Hilfe brauchen, zumal die eigenen Familienangehörigen, besonders Frauen, oft noch berufstätig seien.

Derzeit gebe es in Niederösterreich 51 Landes-Pensionisten- und Pflegeheime, die 6.000 Menschen, und 49 private Pflegeheime, die 4.000 Menschen betreuen. Im Voranschlag 2003 des Landes seien für die stationäre Pflege 194 Millionen Euro vorgesehen. Für 85 Prozent aller Heimbewohner zahle aber das Land im Rahmen der Sozialhilfe einen Zuschuss zu den Tagsätzen. Bei den mobilen Diensten greife man auf fünf Trägerorganisationen (NÖ Hilfswerk, Volkshilfe, Caritas Wien und St. Pölten sowie Rotes Kreuz) zurück, die im ersten Halbjahr 2003 insgesamt 12.227 Hilfeempfänger betreuten, sagte Kranzl. Das bedeute gegenüber den letzten zwei Jahren „eine Steigerung um 10 Prozent“. Im Voranschlag 2003 waren dafür 42,8 Millionen Euro vorgesehen. Die Anzahl der Portionen von „Essen auf Rädern“ steige ebenfalls von Jahr zu Jahr. Im vergangenen Jahr seien 2,48 Millionen Portionen verteilt worden.

Damit sich die betreuten Menschen den Pflegeaufwand auch leisten können, gebe es für Einkommensbezieher Bundespflegegeld, alle anderen Gruppen erhalten nach den gleichen Richtsätzen Landespflegegeld. In Niederösterreich bekamen 2002 12.120 Menschen Pflegegeld. „Eine hundertprozentige Kontrolle wird es nicht geben“, meinte Kranzl zu den negativen Schlagzeilen rund um die Vorfälle in Wien. Man versuche in Niederösterreich jedoch, „bestmöglich sicherzustellen, dass qualitativ hochwertige Pflege garantiert ist“. Deshalb habe man auch die Pflegeheimverordnung beschlossen. Derzeit könne man erst mit 17 Jahren eine Pflegeausbildung beginnen. Diese Weiterbildung sollte schon im Anschluss an die Pflichtschule möglich sein.


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