22.09.2003 | 10:28

Präsident Stricker zum Thema Ganztagsschule

Ganztägige Betreuung bedarfsorientiert anbieten

„Ideologische Argumente und Polemiken sollten bei einem so wichtigen Thema wie der schulischen Betreuung von Kindern keinen Platz haben“, meint der Amtsführende Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich, Hofrat Adolf Stricker, und unterstützt damit die klare Position von Bundesministerin Elisabeth Gehrer zum Thema ganztägige Betreuung in der Schule.

Stricker greift in die aktuelle Diskussion gleichfalls vor allem aus der Sicht der Eltern und der Schüler ein: „In Niederösterreich sind ganztägige Schulformen dort eingerichtet, wo Bedarf besteht. Es kann nicht Sinn der Bildungspolitik sein, Kinder mit Gewalt der Obhut der Eltern durch die Einführung verpflichtender ganztägiger Schulformen zu entziehen.“

Studien wie die europaweit vielbeachtete PISA-Studie belegen zudem eindeutig, dass ganztägig schulisch betreute Kinder keine pädagogischen Vorteile gegenüber solchen haben, die ihre Freizeit im Familienverband, mit Freunden und im Bereich von Vereinen und Institutionen verbringen. Die verpflichtende ganztägige Schule würde diese Wahlmöglichkeit und damit die individuelle Entscheidung für das Kind einschränken.

Stricker stellt auch fest, dass bereits 1994 auf Betreiben der ÖVP-Bildungspolitiker durch den Bundesgesetzgeber sehr gute rechtliche Rahmenbedingungen für ganztägige Schulformen im Rahmen der 15. SCHOG-Novelle geschaffen wurden.

Der Landesschulrats-Präsident verweist dabei auch auf die sehr bedarfsorientiert angebotenen ganztägigen schulischen Angebote in Niederösterreich und auf die umfangreichen Bemühungen des Landes und der Gemeinden, die mit Tagesmüttern, bestausgestatteten Kindergärten und vielen anderen Einrichtungen Hervorragendes zur bedarfsgerechten Betreuung der Jugend außerhalb der Schulen leisten.


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