06.08.2003 | 11:03

Ein Jahr nach der Flut: Sichere Baulandreserven aktivieren

Flüsse bis zum Ursprung in Hochwasserkonzepte einbinden

Ein Jahr nach der Jahrhundertflut zeichnen sich Konsequenzen für einen besseren Hochwasserschutz ab, nachdem Land, Bund, Gemeinden und zahlreiche private Spender in raschen Aktionen großzügig und wirksam geholfen haben. Landtagsabgeordneter und NÖ Gemeindevertreterverband-Präsident Mag. Alfred Riedl, einer der hauptbetroffenen Bürgermeister Niederösterreichs, verlangt vor allem, bei der künftigen Hochwasserkonzeption die Flüsse bis zu ihrem Ursprung einzubinden und damit alle Einflussfaktoren am gesamten Flusslauf wie Rückhaltemaßnahmen und Flächenbewirtschaftung zu berücksichtigen.

Die Hochwasserkatastrophe des Vorjahrs habe das Bewusstsein gestärkt, dass künftig „über den Kirchturm“ hinaus mitzuplanen sei. Aufgeräumt wurde mit der Mär, dass die Bürgermeister gegen jede Verantwortung Flächen zur Bebauung bereitstellen, so Riedl. Dies sei schon deswegen unrichtig, weil jede örtliche Raumordnung von der Oberbehörde zu genehmigen und das Bauen innerhalb 100-jähriger Hochwassergebiete schon jetzt untersagt ist.

In Niederösterreich erfolgen daher auch ersatzlose Rückwidmungen von Baugründen. In den Gemeinden sollen verstärkt sichere Baulandreserven aktiviert werden. Trotz verschärfter Vorsorgemaßnahmen werde jedoch ein Restrisiko verbleiben, das müsse jedem bewusst sein, auch werde in Zukunft verstärkt Eigenverantwortung einzufordern sein, so Riedl weiter.

Aus eigener Erfahrung verwies Riedl noch auf drei Tendenzen: Erstens sei jetzt verstärkt die Bereitschaft vorhanden, dem Wasser mehr Raum zu geben. Zweitens soll der Schutz der Siedlungsräume gegenüber dem Schutz der übrigen Grünflächen Vorrang haben. Schließlich seien die Agenden der Wasserverbände so zu erweitern, dass alle für Hochwasser relevanten Einflussfaktoren eingebunden werden.


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