23.06.2003 | 09:43

Groß-Siegharts: Aus ehemaliger Textilfachschule wurde Technologie- und Bildungzentrum

Pröll: Niederösterreich zum Erweiterungsgewinner Nr. 1 machen

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll stattete am Samstag dem TBZ Technologie- und Bildungszentrum in Groß-Siegharts (Bezirk Waidhofen an der Thaya) einen Besuch ab. Das TBZ, das im Gebäude der früheren Textilfachschule untergebracht ist, präsentierte sich mit einem "Tag der offenen Tür".

Als 1997 die Textilfachschule in Groß-Siegharts wegen des Schülermangels die Pforten schließen musste, mietete die Stadtgemeinde vom Land Niederösterreich das Gebäude. Seither hat sich nicht nur die Aufschrift am Gebäude geändert: Es ist als Technologie- und Bildungszentrum zu über 90 Prozent an zukunftsorientierte Unternehmen und an Bildungseinrichtungen vermietet. Aus einem dazugehörigen Internat wurde ein Restaurant und ein Beherbergungsbetrieb, der als "Ferienpension im Schlossgarten" mit 70 Betten rund 7.000 Nächtigungen pro Jahr verzeichnet.

Träger der Aktivitäten im TBZ und in der ganzen Region rund um Groß-Siegharts ist der Verein "Kooperation & Bildung - KooB", der 1997 gegründet wurde. Der Verein bezweckt die Unterstützung von Personen, Unternehmen und Organisationen beim Aufbau von Kooperationsformen und Partnerschaften. Alle wichtigen Organisationen sind zudem in ein Beratungsnetzwerk eingebunden. Seit Anfang 2002 besteht auch eine Kooperation mit der RIZ NÖ-Holding zur noch besseren Beratung und Unterstützung von Unternehmen. Im November 2002 startete zudem das Projekt "Internationales Interkommunales Zentrum", ein Beratungs- und Ausbildungsangebot für Gemeinden in den EU-Staaten und in den künftigen Beitrittsländern.

Aus der Textilfachschule sei das Technologie- und Bildungszentrum geworden, mit dem Land Niederösterreich habe man einen guten Partner gefunden, sagte Groß-Siegharts Bürgermeister, Anton Koczur. Die ehemalige Textilfachschule sei heute zudem eine "regionale Denk-Fabrik".

"Alles im Leben ist einem Wandel unterworfen", sagte Pröll, "auch die Wirtschaftsstruktur." In der Politik müsse man zeitgerecht merken, was notwendig ist, um die Regionen auf die Zukunft vorzubereiten. Das Land Niederösterreich und die Gemeinden hätten deshalb Abschied von einer überkommenen Wirtschaftsstruktur genommen. Ziel sei es, im neuen Europa mit 25 Mitgliedsstaaten die Nase vorn zu haben, betonte Pröll. Niederösterreich habe den Ehrgeiz, Erweiterungsgewinner Nr. 1 zu werden.


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