11.06.2003 | 14:19

NÖ Frauenpolitik zielt auf Chancengleichheit

Mikl-Leitner: Brauchen mehr Frauen in Führungspositionen

Bessere Rahmenbedingungen für Frauen im Berufsleben und mehr Chancengleichheit – das sind die Ziele der NÖ Frauenpolitik. “Benachteiligungen im Beruf sind nicht ausschließlich durch Gesetze zu beseitigen”, betonte Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner heute in St. Pölten bei der Präsentation der von Erich Brunmayr erstellten aktuellen NÖ Frauenstudie. Notwendig seien Überzeugungsarbeit und entsprechendes Lobbying in der Wirtschaft. Mikl-Leitner: “Mehr Frauen in Führungspositionen ist unser Ziel.”

Mikl-Leitner verwies auf die nach wie vor vorhandene Einkommensschere zwischen Männern und Frauen. Aktives Lobbying betreibe beispielsweise das gemeinsam mit NÖ Wirtschasftskammerpräsidentin KR Sonja Zwazl ins Leben gerufene "Women Network", durch das in den vergangenen Jahren bereits 1.000 Frauen in die berufliche Selbstständigkeit begleitet wurden. Mit einem "weiblichen" Anteil von einem Drittel bei den Unternehmensgründungen sei das Bundesland Niederösterreich österreichweit Vorreiter.

Die Priorität, die junge Frauen der Studie zufolge Beruf und finanzieller Unabhängigkeit einräumen, steht im Widerspruch zur Berufswahl. So ergreifen Mädchen nach wie vor gerne die fünf traditionellen Frauenberufe Friseurin, Einzelhandels- und Bürokauffrau, Köchin und Kellnerin. Die Förderung anderer Richtungen läuft vor allem über Projekte wie "Mädchen und Technik", eine Werbung für HTL-Ausbildung, "GirlsDay" oder Mentoring. Mikl-Leitner tritt daher für eine verstärkte, motivierende Berufsberatung ein.

Für die Studie wurden insgesamt 1.200 weibliche Personen in drei Alterskategorien befragt. Laut Erich Brunmayr resultiert aus dem "Bildungstriumph" der jungen Frauen ein gewandeltes Selbstverständnis. Priorität hätten gleiche Chancen und gleichberechtigte (statt dauerhafte) Partnerschaft, danach kommt der Kinderwunsch. Während Burschen mit dieser Wertigkeit - noch - ein Problem hätten, würden ältere Frauen jungen Mädchen den Weg zu Eigenständigkeit und finanzieller Unabhängigkeit empfehlen. Mit Recht: Laut Studie empfanden über 50-Jährige, ihr Leben zu wenig genossen und zu viel Rücksicht genommen zu haben.


Zu diesem Artikel gibt es eine unterstützende Audiodatei. Diese ist zum Download nicht mehr verfügbar. Bitte wenden Sie sich an: presse@noel.gv.at

RÜCKFRAGEHINWEIS

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
Landesamtsdirektion - Pressedienst
E-Mail: presse@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-12163
Fax: 02742/9005-13550
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten
© 2017 Amt der NÖ Landesregierung