23.12.2002 | 00:00

Luftgüte 2002: Eine kurze Bilanz

Heuer Ozon-Vorwarnstufe nicht ausgelöst

Aus der Sicht der Luftqualität war 2002 in Niederösterreich ein eher ruhiges Jahr. Beim wichtigsten Schadstoff der letzten Jahre, nämlich dem Ozon, wurden heuer kein einziges Mal die Kriterien für die Auslösung der Vorwarnstufe erreicht. Der Grenzwert der Vorwarnstufe von 200 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft wurde nämlich nur einmal und nur an einer Messstelle südöstlich von Wien mit 201 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft kurz und denkbar knapp überschritten. Der Schwellwert gemäß der einschlägigen EU-Richtlinie wurde auch heuer an mehreren Tagen und einigen Stationen überschritten. Diese Richtlinie hat jedoch in Österreich noch keine Gesetzeskraft und wird voraussichtlich erst im kommenden Jahr wirksam.

Interessant ist, dass sich beim Ozon offensichtlich auch heuer der Trend der letzten Jahre zu höheren Mittelwerten und geringeren Belastungsspitzen fortgesetzt hat. Diese Erscheinung wird im gesamten mitteleuropäischen Raum festgestellt und dürfte auf die emissionsmindernden Auswirkungen des Kfz-Katalysators zurückzuführen sein. Bei der Beurteilung der Ozonsituation darf auch nicht darauf vergessen werden, dass gerade in der Hochsaison, nämlich im Juli und August, markante Niederschläge registriert wurden.

Bei den Stickstoffoxiden (NO und NO2) wurden heuer keine besonderen Immissions-ereignisse beobachtet. Auch die Belastung durch Schwefeldioxid – ein noch in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts dominierender Schadstoff – hielt sich heuer in Grenzen. Lediglich die Messstelle St. Pölten erfasste besonders in der ersten Jahreshälfte einige höhere SO2-Spitzen, die am 4. April sogar zu einer Überschreitung des Grenzwertes führten. Ursache dafür ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein in der Landeshauptstadt angesiedelter Großbetrieb, der in nächster Zeit entsprechende Sanierungsschritte einleiten will. Der Kaltlufteinbruch im Dezember mit mehreren Frosttagen, also Tagen, an denen sogar das Temperaturmaximum unter 0 Grad Celsius liegt, brachte lediglich eine leichte Erhöhung der SO2-Belastung im östlichen und nördlichen Niederösterreich. Am deutlichsten war das in Hainburg zu bemerken, zumal diese Stadt oft sehr stark von der Luftverschmutzung von Bratislava beeinflusst wird.

Bei der Belastung an PM10, das sind Feinstäube, wurden im Jahr 2002 mehrere Überschreitungen des Grenzwertes bemerkt. Diese Überschreitungen treten dann auf, wenn mehr als 35 Tagesmittelwerte der PM10-Belastung über den äußerst strengen Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter liegen. Eine genauere Analyse der Ursachen dafür wird im nächsten Jahr erfolgen.

Natürlich ist die Luftgüteüberwachung auch während der Feiertage und dem Jahreswechsel rund um die Uhr in Betrieb. Aktuelle Luftschadstoffdaten sind von der Landes-Homepage unter www.noe.gv.at/Umwelt/Luft.htm ablesbar. Telefonisch können aktuelle Schadstoffwerte unter der Telefonnummer 02742/9005-11000 abgefragt werden. Diese Nebenstelle kann aber auch über jede Bezirkshauptmannschaft in Niederösterreich (Vorwahl-9025-11000) erreicht werden. Regionale Schadstoff- und Wetterwerte erhält man übrigens bei Anwahl der Nebenstelle 11100, Wind- und Lufttemperaturwerte bei Anwahl von 11300.


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