13.12.2002 | 00:00

Trotz Kälte nur geringer SO2-Anstieg

Tiefe Temperaturen lassen Energieverbrauch in die Höhe schnellen

Nach den relativ milden Lufttemperaturen Ende November erfolgte am 6. und 7. Dezember Kaltlufteinbruch. Seitdem zeigen die Lufttemperaturen Werte, die einem Hochwinter zur Ehre gereichen würden. Jetzt liegen in weiten Teilen Niederösterreichs bei nördlichen bis östlichen Winden sogar die Tageshöchsttemperaturen unter 0° Celsius. Tage mit solchen Temperaturen werden von den Meteorologen „Eistage“ genannt. Den tiefsten Kurzzeit-Temperaturwert des NÖ Luftgütemessnetzes lieferte für diesen Zeitraum die Stelle Annaberg mit -11,8 °C.

Solch tiefe Temperaturen lassen natürlich auch den Energieverbrauch in die Höhe schnellen, wodurch auch die Gefahr des Auftretens erhöhter Immissionen von Luftschadstoffen wie beispielsweise dem Schwefeldioxid (SO2) gegeben ist. Die in ganz Niederösterreich verteilten Luftgütemessstellen erfassten bisher erfreulicherweise nur sehr moderate Anstiege der Immissionsbelastung. Etwas auffälliger zeigte sich lediglich eine Schwefeldioxidwolke, die am 11. Dezember zur Mittagszeit vor allem im Osten von Niederösterreich zu beobachten war. Die höchsten Schwefeldioxidkonzentrationen wurden wieder einmal in Hainburg gemessen. Dort erreichte die Schwefeldioxidbelastung um 13.30 Uhr einen Höchstwert von 176 Mikrogramm/Kubikmeter als Halbstundenmittelwert. Zum Vergleich: Der Grenzwert für Schwefeldioxid liegt bei 200 Mikrogramm/Kubikmeter.

Da diese Schadstoffwolke bei Winden aus östlichen Richtungen auftrat und in Hainburg die höchste Belastung erreicht wurde, ist anzunehmen, dass – wie schon des öfteren – als Ursache für dieses Immissionsereignis der Schadstoffimport aus dem Osten, aller Voraussicht nach aus dem Raum Bratislava, angesehen werden kann. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass bei Wetterlagen, wie wir sie derzeit in Niederösterreich vorfinden, noch vor 20 Jahren mit wesentlich höheren Schwefeldioxidimporten zu rechnen gewesen wäre. Es zeigen sich nun die Erfolge jahrelanger Umweltschutzbemühungen in Österreich, aber auch das neue Bewusstsein in den östlichen Nachbarstaaten.

Auch bei den Stickstoffdioxidkonzentrationen (NO2) ist ein leichter Anstieg festzu-stellen, der allerdings noch deutlich unter den Grenzwerten liegt. Das trocken-kalte Wetter ist auch Ursache für eine erhöhte Belastung an kleinsten Stäuben.

Die aktuellen Schwefeldioxidwerte können wie auch jene der Ozon- und Stickstoffoxidbelastung über die Landeshomepage www.noe.gv.at abgefragt werden. Über die aktuelle Belastung durch diese Schadstoffe informiert auch die Luftgüteinformation des Landes Niederösterreich, die man durch Anwahl jeder Bezirkshauptmannschaft in Niederösterreich, also entsprechender Vorwahl und der Hauptnummer 9025, oder der Landesregierung in St. Pölten mit 02742/9005, und danach mit Durchwahl zur Nebenstelle 11000 erreicht.


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