09.12.2002 | 00:00

Suchtvorbeugung-Tagung in St. Pölten:

Fachstelle und Exekutive arbeiten zusammen

In St. Pölten fand am Freitag und am Samstag eine Tagung statt, die von der Exekutive und der Fachstelle für Suchtvorbeugung NÖ gemeinsam vorbereitet wurde. Ziel der Tagung mit dem Titel „Zusammenarbeit zwischen der Exekutive und der Fachstelle für Suchtvorbeugung NÖ bei suchtpräventiven Projekten“ war es, dass die Exekutive, die Fachstelle, Sozialarbeiter und Lehrer Konzepte erarbeiten, die die kooperative Zusammenarbeit der Polizei und der Gendarmerie bzw. der Fachstelle in ganz Niederösterreich garantieren.

Hand in Hand sollen künftig beide Seiten ihren Part bei der Suchtprävention in den Schulen erfüllen – die Exekutive den rechtlichen und gesetzlichen Bereich, die Fachstelle die pädagogischen Ansätze zur Stärkung der Persönlichkeit bei Kindern und Jugendlichen. Zu diesem Thema wurden bei der Tagung erfolgreiche Kooperationsprojekte präsentiert, wie etwa das von der Fachstelle für Suchtvorbeugung NÖ vorbereitete St. Pöltner Modell, das mit der Bezirkshauptmannschaft der Landeshauptstadt, mit der Gendarmerie und dem Bezirksschulinspektorat erarbeitet wurde. Es läuft seit vier Jahren, entspricht den modernen Standards und Qualitätskriterien der Suchtvorbeugung, beachtet die individuelle Ebene und versucht zudem, in der Schule und im Elternhaus suchtfördernde Faktoren abzubauen. Bei diesem Modell hat man im Vorjahr 1.029 Schülern und 159 Eltern, heuer sogar 1.272 Schülern und 248 Eltern erreicht. In 49 Vorträgen und in 8 Elternabenden wurde 2002 das Angebot der Schulen genützt, die Suchtvorbeugung in den Herzen und Hirnen der Menschen zu verankern.

Das St. Pöltner Modell sei eigentlich aus einer Not entstanden, sagte Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop. Die Exekutive, Behörden, Sozialarbeiter und Eltern hätten sich zusammengefunden und versucht, dieses Modell auf die Beine zu stellen. Mittlerweile funktioniere das ausgezeichnet. Die Schulen, aber etwa auch die Streetworker seien zur Mitarbeit bereit, aber „man muss das wollen“. Alle, die den Menschen Hilfe bringen wollen, müssen unterstützt werden, und jeder muss vom anderen wissen. Die Vernetzung, der regelmäßige Austausch von Informationen, soll mit der Fachstelle gemeinsam geschehen.

Als Sozial-Landesrätin, aber auch als Mutter von zwei Söhnen wisse sie natürlich über die Bedeutung der Suchtvorbeugung Bescheid, meinte Landesrätin Christa Kranzl. Es sei unbedingt notwendig, in die Schulen zu gehen und mit den Jugendlichen so früh wie möglich Kontakt zu schließen. Neben der klassischen Sucht seien etwa auch Essstörungen, die Abhängigkeit von Schokolade, den Zwang, endlos beim PC zu sitzen oder immer wieder ein Handy zu gebrauchen, von Bedeutung.


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