05.12.2002 | 00:00

Barbarafeier in Tiefenfucha, Barbarakonzert in Krems-Angern

Hintergrund ist 250-jährige Bergbautradition

Am Samstag, 7. Dezember, um 18 Uhr veranstaltet das Komitee „Bergwerkgedenkweg“ in der Tiefenfucha (Marktgemeinde Paudorf, Bezirk Krems) eine Barbarafeier und die Segnung einer neuen Barbarastatue, die bei einem großen internationalen Holzbildhauersymposium vom litauischen Künstler Algimantas Sakalauskas angefertigt wurde. Am Sonntag, 8. Dezember, um 18 Uhr lädt man zum 1. Barbarakonzert der Werksmusikkapelle Voest Alpine Krems ein. Dieses Konzert findet in der Kapelle des Schlosses Wolfsberg in Angern statt, das zur Stadtgemeinde Krems an der Donau gehört.

Die Feier und das Konzert stehen vor dem Hintergrund eines Bergbaubetriebes, der durch Jahrhunderte vielen Menschen Arbeit und Brot bot: Ab 1758 wurde in Thallern Braunkohle mittlerer Qualität abgebaut. Mit der Kohle aus Thallern wurden umliegende Schmieden und der k. k. Ziegelofen in Wien-Simmering beheizt. 1780 waren in diesem Betrieb rund 110 Arbeiter aus Deutschland, Böhmen, Tirol und Kärnten beschäftigt. Da die staatlichen Förderungen zurückgingen, musste das Werk Anfang des 19. Jahrhunderts stillgelegt werden. 1830 kaufte der Geologe Karl Michael Strömitz dem Staat den gesamten Besitz ab und nahm ein Jahr später wieder die Kohlengewinnung auf. Strömitz verstarb jedoch alsbald, und seine Erben verkauften den Bergbau an Alois Mießbach. Der Betrieb kam nun zu seiner vollen Blüte, und die Kohle wurde bis nach Rumänien versandt. Unter seinem Nachfolger Heinrich Drasche erreichte der Betrieb um 1870 seinen Höhepunkt. Drasche wollte sogar Flöze unter der Donau abbauen lassen, das Projekt scheiterte jedoch an Kapitalmangel. Der Bergwerksbetrieb wurde recht und schlecht bis 1880 aufrechterhalten. 1920 versuchte man noch einmal eine Reaktivierung. Der Versuch scheiterte, als 1922 nach einem Wassereinbruch ein Bergmann ums Leben kam.

Zudem wurde in Angern Ton gewonnen, der in Krems zu Ziegeln verarbeitet wurde. Auch Alaun wurde hier seit Mitte des 18. Jahrhunderts gewonnen und war das Grundmaterial der Farbe „Kremser Weiß“.


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