30.10.2002 | 00:00

Hochwasserschutz mit Hilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse

LH Pröll hat Expertengruppe beauftragt

Der Hochwasserschutz in Niederösterreich soll nun auch mit Hilfe neuester Erkenntnisse der Wissenschaft verbessert werden. Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll hat deshalb unter Federführung von Univ.Prof. Dr. Werner Biffl, mehrmals Rektor der Universität für Bodenkultur Wien, eine Expertengruppe beauftragt, dafür entsprechende Grundlagen zu erarbeiten. „Dieses interdisziplinäre Projektteam, das sich aus Experten aus den verschiedensten Bereichen zusammensetzt, wird zunächst den ‚Status quo‘ erheben, in weiterer Folge die Ergebnisse in einem Bericht zusammenfassen und schließlich die Konsequenzen daraus aufgliedern“, so der Landeshauptmann gestern in einem Pressegespräch in St.Pölten. Dazu gehören die Hochwasserprävention ebenso wie die Verbesserung des Frühwarnsystems und die Erarbeitung eines Risikomanagements bis hin zu raumplanerischen Konsequenzen. „Im Vordergrund steht dabei die ganzheitliche Betrachtung, wobei diese Expertengruppe unter dem Gesichtspunkt neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse Informationen und Empfehlungen liefert, die dann von der Politik und den politisch Verantwortlichen umgesetzt werden müssen“, so Pröll.

Die Arbeiten sollen wegen der katastrophalen Schäden im Kamptal vorerst am Kamp und in dem vom Kamp beeinflussten Donaubereich vorgenommen und in weiterer Folge auf die restlichen Donauabschnitte in Niederösterreich sowie auf andere hochwassergefährdete Fluss- und Kulturlandschaften ausgedehnt werden. Dafür ist es notwendig, alle Daten des August-Hochwassers bis ins letzte Detail auszuwerten. Diese Auswertung soll bis März des kommenden Jahres vorliegen. Pröll: „Von diesem Hochwasser waren allein in Niederösterreich rund 50.000 Menschen betroffen, 20.000 Hektar Flächen, davon 15.000 landwirtschaftlich genutzte Flächen, wurden überflutet.“ Auf Grundlage dieser Auswertung sollen in weiterer Folge und unter Berücksichtigung aller Bereiche sowie auch unter Einbindung der Bevölkerung Lösungsvorschläge vom Expertenteam, dem u.a. Univ.Prof. Dr. Hans-Peter Nachtnebel, Vorstand des Instituts für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiven Wasserbau der BOKU Wien, Dr. Christoph Herbst, Rechtsanwalt und Universitätslektor für öffentliches Recht an der Universität Linz, und Univ.Prof. Dr. Dieter Gutknecht, Vorstand des Instituts für Hydraulik, Gewässerkunde und Wasserwirtschaft der TU Wien, angehören, für die Politik erarbeitet werden.


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