17.10.2002 | 00:00

Auswirkungen des Hochwassers auf die Landwirtschaft

LR Plank zog Bilanz über die Ernte 2002

Am gestrigen Welternährungstag zog Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank Bilanz über die Ernte 2002 auch im Zuge der Hochwasserkatastrophe in Niederösterreich und nahm zur europäischen Entwicklung der Landwirtschaft Stellung. „Das Hochwasser im August hat rund 14.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche überflutet, davon 250 Hektar Weingärten und 20 Hektar Obst- und Gemüsekulturen“, erklärte Plank. Zusätzlich gebe es Zerstörungen an Steinmauern und Böschungsterrassen. Der Gesamtschaden ohne Versicherungsleistungen betrage rund 20 Millionen Euro. Die Instandsetzung von Güterwegen koste weitere 22 Millionen Euro.

Grundsätzlich seien die Ernteschäden nicht so schlimm wie befürchtet. In vielen Einzelfällen wären sie jedoch existenzbedrohend. „11.941 Schadensmeldungen sind bereits erledigt“, erklärte Plank. Für landwirtschaftliche Flurschäden werden 40 Prozent der gemeldeten Schäden als Hilfe angewiesen. Hochwasserschäden wären vor allem bei Kartoffeln und Zuckerrüben zu verzeichnen. Bei Kartoffeln habe das Hochwasser negative Auswirkung auf die Qualität, bei Zuckerrüben seien rund 350 Hektar vom Hochwasser total und 1.000 Hektar teilweise zerstört worden, so Plank. „Aber rund 85 Prozent der Rübenflächen sind jedoch ernteversichert.“

Keine Beeinträchtigung durch das Hochwasser gebe es bei Getreide und Ölsaaten. Auch bei Körnermais werde mit einer guten Ernte gerechnet. Bei Raps gebe es einen drastischen Ernterückgang wegen der Trockenheit und auf Grund der hohen Temperaturen im Vergleich zu 2001. Besonders betroffen wären die niederschlagsärmeren Gebiete in Niederösterreich. Überdurchschnittlich ausgefallen sei die Weinernte mit rund 2,6 Millionen Hektolitern. Die Qualität sei sehr gut, nur beim Rotwein kam es durch das gehäufte Auftreten der „Zweigelkrankheit“ zu einem Rückgang von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Durch das Hochwasser wurde deutlich, dass eine Versorgung mit regionalen Produkten aus der näheren Umgebung notwendig ist, da es sonst in Notfällen zu Versorgungsproblemen kommen kann“, so Plank. Die Sicherheit der Regionalversorgung müsse auch in Zukunft gewährleistet sein. Ebenso müsse die europäische Landwirtschaftspolitik weiterentwickelt werden. Fairer Handel sei eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Armut. Weltweit sei fast 1 Milliarde Menschen von Hunger und Unterernährung betroffen. „Dagegen muss etwas getan werden“, sagte Plank angesichts des Welternährungstages. Der NÖ Landtag habe am 27. Juni einstimmig die Förderung des fairen Handels mit Entwicklungsländern als Bestandteil der NÖ Entwicklungspolitik beschlossen.


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