16.10.2002 | 00:00

Kreisgrabenanlagen im nordöstlichen Niederösterreich

Rettung durch Stilllegung der Flächen

Die Bedeutung der bäuerlichen Kultur, insbesondere im Weinviertel, und die Kreisgrabenanlagen standen gestern im Mittelpunkt eines Pressegesprächs des Vereins „Im Zeichen des Kreises“.

So sollen die Kreisgrabenanlagen riesige Erdbauwerke mit 50 bis 180 Metern Durchmesser und bis zu 6 Meter tiefen Gräben, die vor rund 7000 Jahren erbaut worden und erst seit etwa 30 Jahren durch die Luftbildarchäologie bekannt sind, vor weiterer Zerstörung durch die landwirtschaftliche Nutzung (Stilllegung der jeweiligen Flächen) gerettet werden. Diese Stilllegungen wären durch Ausgleichszahlungen an die Besitzer zu ermöglichen. Außerdem sollten die bereits vermessenen und sichtbar gemachten Kreisgräben für Besucher beschildert (derzeit werden Führungen vorbereitet) und die Anlagen in ihrer archäologischen, historischen, ökologischen und kulturellen Bedeutung weiter erforscht werden.

Der Verein wird sich mit den Gemeinden im Landschaftspark Schmidatal auf die Landesausstellung 2005 in Kleinwetzdorf vorbereiten, die das Thema „7000 Jahre bäuerliche Kultur“ aufbereitet. „Ein Schwerpunkt der Landesausstellung im Jahr 2005 in Kleinwetzdorf werden die Kreisgrabenanlagen im Weinviertel sein“, so Dr. Gottfried Stangler von der Abteilung Kultur und Wissenschaft beim Amt der NÖ Landesregierung.

Die Kreisgrabenanlagen liegen vor allem im nordöstlichen Niederösterreich, also im Weinviertel, im Kamptal und in Südmähren. In 25 niederösterreichischen Gemeinden wurden 37 derartige Anlagen gefunden, von denen erst 13 vermessen und 8 teilweise ausgegraben sind. An einigen Anlagen wurden Sondierungsarbeiten durchgeführt. 1999 konnten die Kreisgrabenanlagen Glaubendorf 2 in der Gemeinde Heldenberg und in Puch in der Stadtgemeinde Hollabrunn durch eine Bepflanzung sichtbar gemacht werden. Für die Verwendung der Kreisgrabenanlagen gibt es bisher keine eindeutige Erklärung.


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