02.08.2002 | 00:00

Konjunkturumfrage für zweites Quartal 2002

Leichter Aufwärtstrend für Niederösterreichs Industrie

In St.Pölten präsentierten gestern Dr. Wolfgang Frank, Präsident, und Dr. Fritz Wedorn, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung NÖ, die bei 54 Unternehmen mit knapp 17.000 Mitarbeitern vorgenommene Konjunkturumfrage für das zweite Quartal 2002. „Der Geschäftsklima-Index als wichtiger Konjunkturbarometer hat sich von – 3,7 Prozent im März 2002 auf + 3,4 Prozent deutlich verbessert. Von einem Durchbruch kann aber noch nicht gesprochen werden“, betonte dabei Frank.

Insbesondere durch die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und negative Signale der Bundes-Wirtschaftspolitik wie das Ökostromgesetz – Niederösterreichs Industrie sei hier mit 20 Millionen Euro betroffen – und die Einführung der Lkw-Maut gehe der Aufschwung nur schleppend vor sich. Vom zweiten Halbjahr erwarte er sich eine Verbesserung der Konjunkturlage, so Frank, der aus der Befragung auch das klare Votum für eine soziale Verantwortung der Industriebetriebe hervorhob: Vorsorglicher Umgang mit Mitarbeitern wird zu 95 Prozent, faires Verhalten gegenüber Kunden und Lieferanten zu 89 Prozent und Einsatz im Bereich des Umweltschutzes zu 76 Prozent bejaht.

Wedorn präzisierte die aktuelle Konjunkturumfrage dahingehend, dass es deutliche Zugewinne im Export in den EU-Raum und in die Ostmärkte gebe. Auch Beschäftigungsstand und Auslastung näherten sich wieder dem Niveau vor einem Jahr. Eine erfreuliche Tendenz zeige auch die Einschätzung der Produktionstätigkeit in den kommenden drei Monaten. Jeder vierte Befragte schätze die Entwicklung der Geschäftslage im nächsten Halbjahr als gut ein. Dieser Wert sei zwar gegenüber dem Vorquartal leicht gesunken, befinde sich aber trotz der zusätzlichen Belastungswelle durch die Bundesregierung noch im „grünen Bereich“.

In Bezug auf die EU-Erweiterung und die Intensivierung der Handelsbeziehungen erneuerte Frank auch die Infrastrukturausbau-Forderungen der Industriellenvereinigung, der Generalverkehrsplan enthalte zahlreiche noch zu verbessernde Komponenten. Im Bereich der Schiene nannte Frank unter anderem den Ausbau der Strecke Mistelbach – Laa an der Thaya, die Elektrifizierung zwischen Retz und Znaim oder die Aufrüstung der Nordbahn für eine Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern. Im Straßenbereich des Großraumes Wien – Bratislava nannte Frank den Ausbau zwischen Stockerau und Krems, die Donaubrücke bei Traismauer, den Umfahrungsring für Wien, die Spange Kittsee und die Anbindung der A 22 an die S 1. Im Bereich Wasserstraßen forderte Frank abschließend die Umsetzung des Donau-Oder-Elbe-Kanals und die Beseitigung der Engpässe auf der Donau östlich von Wien, um einen ganzjährigen Schiffsverkehr zu ermöglichen.


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