18.07.2002 | 00:00

Bergbauern: Auch in der EU die Rahmenbedingungen sichern

Memorandum zur offensiven Weiterentwicklung

Die österreichischen Bergbauern reagieren heftig und in weiten Bereichen negativ auf die von EU-Agrarkommissar Franz Fischler vorgelegte Halbzeitbewertung und auf die damit verbundenen Reformvorschläge. Wie der Obmann der Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen in der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs, Franz Eßl (Salzburg), dazu erklärte, sei eine totale Entkoppelung der Zahlungen von der Produktion, wie von Fischler vorgesehen, nicht sinnvoll. In arbeitsintensiven Bereichen wie z.B. in der Viehhaltung werde es möglicherweise zu Ausstiegen kommen, die flächendeckende Bewirtschaftung in den Bergregionen sei gefährdet.

Eßl wendet sich gegen die „Modulation“, die jeden bäuerlichen Produzenten in gleicher Weise treffe. Richtiger wäre es, Modulationen nach Betriebsgrößen und Abstufungen nach zunehmender Betriebsgröße mit degressiv gestalteten Prämienzahlungen einzuführen. In vielen weiteren Bereichen fehlten klare Positionen. „Es entsteht der Eindruck, dass der Fischler-Vorschlag in Richtung Finanzierung der EU-Erweiterung abzielt“, meinte Eßl und verwies darauf, dass andere Wirtschaftsbereiche die wirklichen Gewinner des Erweiterungsprozesses seien.

Aus Anlass des Internationalen Jahres der Berge beschloss die Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen ein Bergbauernmemorandum, das die umfassende Bedeutung der österreichischen Berggebiete und die Rolle der Bergbauern in volkswirtschaftlicher, gesellschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht aufzeigt und eine offensive Weiterentwicklung der Bergbauernpolitik und der regionalpolitischen Instrumente für die Berggebiete einfordert. Dieses Memorandum wird demnächst Bundesminister Wilhelm Molterer übergeben. Es zeigt die Haltung der österreichischen Bergbauern zur EU-Politik. Im Herbst soll auf einem europäischen Bergbauernkongress ein Papier erarbeitet werden, das Forderungen an die europäische Bergbauernpolitik enthält.


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