15.07.2002 | 00:00

Studie über Kinderwunsch und Betreuungspraxis

74 Prozent zufrieden mit der Familienpolitik des Landes

93 Prozent der Frauen und 78 Prozent der Männer sind Kinder wichtig bzw. wünschen sich eigene Kinder. Das ist eine der Zentralaussagen einer NÖ Familienstudie über Kinderwunsch und Betreuungspraxis, die von Dr. Erich Brunmayer vom Institut für Sozialtechnologie erstellt wurde. Grundlage dafür bildeten 540 auswertbare Fragebögen von 20- bis 40-jährigen Niederösterreichern, die verheiratet (53 Prozent), in fester Partnerschaft (29), lockerer Partnerschaft (4) und allein lebend (14) sind.

Ein differenzierteres Bild ergibt sich bei der Altergruppe: Der Kinderwunsch ist bei den 30- bis 40-jährigen deutlich höher als etwa bei den unter 25-jährigen. Das zeigt auch die gesellschaftliche Realität: Bekam eine Frau 1985 noch mit 24 Jahren ihr erstes Kind, so ist dieses Alter heute auf 27 Jahre gestiegen. Begründet wird dies u.a. mit der längeren Berufsausbildung und dem Wunsch, zunächst im Berufsleben Fuß zu fassen. Eine wichtige Rolle beim Kinderwunsch spielt auch die religiöse Einstellung. Oft liegt jedoch die erwünschte Kinderzahl über der Zahl der erwarteten Kinder. So wünscht sich beispielsweise fast ein Drittel der Befragten drei oder mehr Kinder, aber nur 20 Prozent erwarten eine solche Kinderzahl.

Die Studie beschäftigte sich auch mit den Gründen des Sinkens der Geburtenrate. Immerhin ist in Niederösterreich im Zeitraum von 1997 bis 2001 die Zahl der Geburten von 15.305 auf 13.525 pro Jahr zurückgegangen. Als Gründe werden in erster Linie das Einkommen genannt, gefolgt von „zu teuer“ und das Karriere- und Sicherheitsargument („kein Pensionsanspruch der Frau“ und „Frauen müssen auf Karriere verzichten“).

Als Anreiz für mehr Kinder steht an erster Stelle der Wunsch nach familienähnlichen Einrichtungen. Auch „mehr Geld pro Kind“ – vor allem von den Männern – und die Sicherheit der Partnerschaft werden als gewichtige Pro-Argumente für Kinder gesehen. Eine hohe Zufriedenheit gibt es bei den Kinderbetreuungseinrichtungen in Niederösterreich. 90 Prozent der Eltern von Vorschulkindern sind mit dem Angebot zufrieden, bei den Kindergärten wünschen sich 15 Prozent längere Öffnungszeiten. Darüber hinaus sprechen sich 19 Prozent der Eltern von schulpflichtigen Kindern für Nachmittagsbetreuungs-Einrichtungen aus. Bemerkenswert ist auch, dass Eltern auf die Hilfe von den eigenen Eltern oder Verwandten zählen können. Nur 15 Prozent der befragten Eltern haben keine solche Hilfe innerhalb der Familie, rund einem Viertel helfen die eigenen Eltern täglich bei der Kinderbetreuung.

Für Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop liefert die Studie auf jeden Fall wichtige Informationen über Zukunftswünsche der Jugend und jungen Familien. Die Politik habe diesen Wünschen Rechnung zu tragen. Dazu sei es notwendig, diese Ergebnisse immer wieder zu überprüfen und die Erkenntnisse weiterer Studien einfließen zu lassen. Eine wichtige positive Erkenntnis sei die hohe Zufriedenheit mit der Familienpolitik des Landes, die bei 74 Prozent der Befragten liegt. Großen Zuspruch erhält auch das Kinderbetreuungsgeld. Sogar 82 Prozent der Befragten, die keine Kinder haben, bzw. 80 Prozent der Eltern von schulpflichtigen Kindern beurteilen das Kinderbetreuungsgeld als „sehr gut“ bzw. „eher gut“.


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