05.07.2002 | 00:00

Schabl will NÖ Lehrlingsausbildungsfonds:

Ausgleich zwischen ausbildenden/nicht ausbildenden Betrieben

Im Rahmen der Budget-Landtagssitzung am 18. Juni sei mit Mehrheit ein Resolutionsantrag zur Schaffung eines NÖ Lehrlingsausbildungsfonds beschlossen worden, erinnerte gestern Zweiter Landtagspräsident Emil Schabl bei einer Pressekonferenz in St.Pölten. Nun gelte es, diesen NÖ Lehrlingsausbildungsfonds auch rasch umzusetzen. „Die Zahlen sprechen dafür, weil wir einen eklatanten Handlungsbedarf haben“, sagte Schabl. Für September 2002 erwartet Schabl unter Berufung auf Zahlen des Arbeitsmarktservice, dass rund 600 junge Menschen in Niederösterreich ohne Lehrstelle sein werden. Man müsste rasch überlegen, welche Maßnahmen hier gesetzt werden sollen, „sonst geht unser duales Berufssystem vor die Hunde“. Seit 1980 sei die Zahl der Lehrlinge in Niederösterreich von 31.428 auf rund 20.000 zurückgegangen, das sei ein Minus von 36 Prozent. Natürlich seien auch die Geburten weniger geworden, insgesamt hätte sich der Lehrstellenmarkt aber negativ entwickelt. Dafür gäbe es mehrere Ursachen, wie etwa mangelnde Bereitschaft bei Großunternehmen und dem verstaatlichten Bereich Lehrlinge auszubilden. Der Grundkonsens existiere nicht mehr, meinte Schabl. Die Betriebe würden entweder überhaupt keine Lehrlinge mehr ausbilden oder nur jene Anzahl, die sie selbst brauchen.

Eine wirkliche Strukturänderung im Bereich der Ausbildung, so Schabl weiter, könne nur durch einen Lastenausgleich zwischen jenen Betrieben, in denen Lehrlinge ausgebildet werden und jenen, in denen das nicht der Fall ist, erreicht werden. Ergänzend dazu wäre ein Bonussystem für Betriebe denkbar, die über das Berufsbild hinausgehende Qualifikationen forcieren wollen. 10 Millionen Euro pro Jahr würden ausreichen, um das System einzuführen; Betriebe, Bund und Länder müssten dafür gemeinsam Geld hergeben.


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