27.06.2002 | 00:00

Ökoregion Waldviertel mit eigener Marke schaffen

Plank und Gabmann: Chancen mit Regionalprodukten

Die Schaffung einer eigenständigen Marke „Waldviertel“, der weitere Ausbau von Qualitätsprodukten in Landwirtschaft, Tourismus und Gastronomie und die Vernetzung der verschiedensten Bereiche könnten der Motor für eine Ökoregion Waldviertel sein. Dies stellten die Landesräte Dipl.Ing. Josef Plank und Ernest Gabmann gestern einhellig im Rahmen des 3. Hofgespräches in Oberwaltenreith bei Zwettl fest. Chancen für regionale Produkte seien gegeben, doch die Landwirtschaft allein könne nur beschränkt Weichenstellungen vornehmen, betonte Plank. Laut Gabmann liegt die Chance vor allem im Setzen auf Qualität in Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus, weshalb diese Bereiche auch eng kooperieren müssten.

Die ländlichen Gebiete sind, so Plank, dort zu unterstützen, wo ihre Stärken liegen. Eine der Stärken sei z.B. die Tatsache, dass fast 100 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe im Waldviertel am Umweltprogramm für die Landwirtschaft teilnehmen und es einige Regionen gebe, die sich im Öko-Bereich positioniert haben. Ökoregion bedeute aber mehr als Bio-Region, es gehe um weitgehende Unterstützung der Betriebe und um Unterstützung vor allem auch für Veredelungsbetriebe.

Die Ernährungspsychologin Hanni Rützler meinte, das Waldviertel könne laut Umfragen mit Natur, Erholung und Kulinarik punkten. So seien Waldviertler Knödel nach den Salzburger Nockerln ein in ganz Österreich bekannter regionaler Begriff. Diese Regionalität sei nach wie vor vorhanden und sollte in Richtung Geschmack und Genuss als Orientierungsgröße weiter entwickelt werden. Gerhard Zinner, Obmann der Vermarktungsinitiative Waldland betonte, die Schaffung einer Ökoregion Waldviertel dürfe nicht zu einer Konservierung der Region führen, eine Weiterentwicklung müsse gewährleistet werden. Karin Weissenböck, Geschäftsführerin des Moorheilbades Harbach, setzt auf authentische regionale Lebensmittel in ihrem Kurbetrieb und würdigte die „gelebte Kooperation zwischen Gesundheitsbetrieb und Bauernschaft seit mehr als 10 Jahren“. Für den Gastronom Johann Neuwiesinger liegt das Fundament des Erfolges in der Landwirtschaft, das spezielle Produkt Graumohn sei zu einem Begriff in der Gastronomie von Armschlag geworden. Markus Schörpf, Obmann des NÖ Ernteverbandes, sprach sich für eine genfreie Landwirtschaft im Waldviertel aus und verwies auf die hohe Biobauerndichte – von 3.500 niederösterreichischen Biobauern wirtschaften mehr als 1.000 im Waldviertel.


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