31.05.2002 | 00:00

Tollwutbekämpfung durch Impfung der Füchse

Rund 100.000 Impfköder werden abgeworfen

In den östlichen und nordöstlichen Bezirken Niederösterreichs werden vom 10. bis 30. Juni wieder rund 100.000 Impfköder, die von der EU finanziert werden, aus einem Flugzeug abgeworfen. Sie dienen durch eine orale Immunisierung der Füchse als Tollwutbekämpfung.

Die Tollwut ist eine gefährliche, durch Viren verursachte Erkrankung, welche viele Tierarten und auch den Menschen befallen kann. In Österreich herrschte lange Zeit die sogenannte Waldform dieser Seuche, die vor allem durch Füchse, Dachse und Marder übertragen wurde. Befallen wurden aber auch Weidetiere sowie Reh- und Rotwild. Durch ein Impfprogramm, das in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, dem Bund und dem Land Niederösterreich ausgearbeitet wurde, konnten die Krankheitsfälle in Niederösterreich deutlich gesenkt werden. Während 1994 bis 1998 keine befallenen Tiere gemeldet wurden, ergaben die Tests der Bundesanstalt für Veterinärmedizinische Untersuchungen in Mödling 1999 in Niederösterreich bei drei vermutlich aus Tschechien eingewanderten Wildtieren einen tollwutpositiven Befund. 2000 wurde in Niederösterreich kein Tollwutfall gemeldet.

Da aber in unseren Nachbarländern Tschechien, Slowakei und Ungarn noch immer häufig Tollwutfälle auftreten und auch im letzten Jahr im Burgenland zwei Fälle registriert wurden, ist es notwendig, noch einige Zeit Impfungen durchzuführen.

Der Abwurf des Köders, der die Füchse gegen Tollwut immunisieren soll, ist automatisationsunterstützt: Der Ort des Abwurfes jeden einzelnen Köders durch die Firma Land- und Forstflug, einem niederösterreichischen Unternehmen, wird dokumentiert. Die Köder bestehen aus einer Kapsel, die den Impfstoff enthält, und einer einhüllenden Masse aus braunem Fett. Sie haben einen leicht fischartigen Geruch. Der Köder ist scheibchenförmig, hat 4 Zentimeter Durchmesser und ist 14 Millimeter hoch. Das Gewicht beträgt 18 Gramm. Die erfahrenen Piloten haben den Auftrag, die Köder nicht direkt auf Häuser, Straßen und Plätze abzuwerfen. Allerdings müssen auch Ortsgebiete beflogen werden, da Füchse auch dort herumstreifen. Dadurch kann es vorkommen, dass Köder auch in bewohntes Gebiet fallen. Dies ist nicht grundsätzlich gefährlich, da die Köder nur wenig wiegen und daher keine Beschädigungen verursachen. Sie sind auch nicht giftig, da sie ja die Füchse nicht töten, sondern gegen Tollwut impfen sollen. Die Gefahr, dass Kinder die Köder anbeißen, ist gering, da sie für Menschen eher unangenehm riechen. Sollte dennoch der Fall eintreten, dass die innere Kapsel des Köders platzt und dessen Inhalt auf die Haut, besonders auf die Schleimhäute, oder in Wunden gerät, wird empfohlen, einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Diese Stellen wurden über die erforderliche Vorgangsweise informiert und werden weitere Schritte veranlassen.

Die Impfaktion ist die einzige Möglichkeit, Niederösterreich künftig frei von Tollwut zu halten. Sie dient der Sicherheit der Menschen und dem Tierschutz. Daher wird gebeten, geringe Belästigungen durch den Fluglärm und eventuell verirrte Köder zu entschuldigen.


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