22.05.2002 | 00:00

LH Pröll auf Dorferneuerungstour in Niederösterreich

„Heimat muss sich jeder selbst gestalten!“

Die Dorferneuerungswelle hat das ganze Land erfasst und hat Ausstrahlung weit über die Landes- und Staatsgrenzen hinaus: Bereits 450 niederösterreichische Gemeinden zählen zur Dorferneuerungsaktion, 16 Städte sind in der Stadterneuerungsaktion des Landes aktiv. Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, vor Jahren Initiator der Aktion und seither eifrigster Förderer, trug den Gedanken bereits über die Grenzen hinaus und stellte die Aktion auch im Ausland vor. Gestern absolvierte er durch vier niederösterreichische Gemeinden eine Besichtigungstour, um sich vom Fortgang einiger wichtiger Projekte zu überzeugen.

In Pöchlarn, Geburtsstadt des Malers Oskar Kokoschka, wurden bereits elf Projekte zur NÖ Stadterneuerung eingereicht, die Gesamtinvestitionen von 1,6 Millionen Euro werden mit rund einem Viertel gefördert. Wichtigstes Projekt ist die Oskar Kokoschka-Dokumentation im Geburtshaus des Künstlers, die jetzt zu einem modernen Besucherzentrum mit Galerie, Ausstellungsflächen, Verkaufsraum, Bibliothek und Cafe ausgebaut wurde und am 29. Mai eröffnet wird. Ein weiteres Projekt ist der Rathauskeller, der unter der Trägerschaft eines Vereines revitalisiert wurde und für Kulturveranstaltungen aller Art zur Verfügung steht. Der Welserturm, ein Wahrzeichen der Stadt, war Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung und wurde zum Heimatmuseum ausgebaut. Ein neues Blechdach gibt dem Turm ein charakteristisches Aussehen.

Das Dorf Dürnbach, Katastralgemeinde der Gemeinde Bergland, zählt nur 150 Einwohner. Dennoch wurde ein alter Stadl an einen neuen Platz übertragen und zum Jugend- und Gemeindezentrum ausgebaut. Die Arbeiten wurden fast ausschließlich von der Dorfbevölkerung geleistet, die auf ihr gemeinsames Werk stolz ist. „Das Projekt hier in Dürnbach zeigt besser als jedes andere, wie die Dorferneuerung funktioniert. Die Idee hat das ganze Dorf erfasst, jeder legt selbst Hand an gemäß dem Grundsatz der Dorferneuerung, ‚Heimat muss jeder selbst gestalten‘“, stellte der Landeshauptmann fest.

Zum Typus der „Themendörfer“ gehört Purgstall an der Erlauf. Nach internationalem Vorbild entstand dort das erste Österreichische Bücherdorf. Leerstehende Geschäftslokale im Stadtkern wurden mit Hilfe vieler örtlicher Sponsoren mit Büchern gefüllt, die nicht nur von der eigenen Bevölkerung, sondern auch von vielen auswärtigen Spendern zur Verfügung gestellt wurden. Immer mehr Touristen kommen in die derzeit bestehenden vier Buchläden, treffen dort ihre Auswahl zum Einkauf oder schmökern einfach. Bis jetzt wurden mehr als 30.000 Bücher gespendet. Drei weitere Buchläden sollen folgen.

Die Burgarena Reinsberg, seit einigen Jahren nach einem umfangreichen Aufbau zu einem kulturellen Veranstaltungsort gestaltet, wird jetzt auch Schauplatz von Opernaufführungen: Der Regisseur Martin Sieghart äußerte spontan, als er im vergangenen November erstmals die Burgarena sah, diese sei ein idealer Spielort für Mozart-Opern. Schon heuer wird sein ehrgeiziges Konzept umgesetzt: Umbauten wurden vorgenommen, ein Orchestergraben geschaffen und das NÖ Tonkünstlerorchester als Opernorchester verpflichtet. Die erste Aufführungsreihe vom 8. bis 22. August 2002 wird bereits vermarktet.


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