24.04.2002 | 00:00

Vorläufiger Bau- und Investitionsstopp

Nationalparkgesellschaft zum Wasserturm Hainburg

Am Montag befasste sich die Generalversammlung der Nationalparkgesellschaft Donau-Auen mit dem Projekt Wasserturm Hainburg, dabei wurde auf Vorschlag von Nationalparkdirektor Mag. Carl Manzano beschlossen, die derzeit laufenden archäologischen Grabungen auf der Baustelle zu stoppen und vorläufig keine weiteren Planungs- und Bauaufträge zu vergeben.

„Wir müssen damit rechnen, dass nach Ende der archäologischen Grabungen einige Aktivisten der Wasserturm-Gegner die Baustelle besetzen werden, um die weiteren Bauarbeiten physisch zu verhindern. So wie es derzeit aussieht, ist dieses Projekt nur unter Gendarmerieeinsatz umsetzbar. Dazu bin ich nicht bereit, das können und das wollen wir uns als Nationalpark nicht leisten“, erklärte Manzano. Ein solches Projekt brauche ein positives Umfeld.

Unter diesen Umständen sei es für ihn als Geschäftsführer auch nicht verantwortbar, weitere Mittel in das Projekt zu investieren. Die Gesellschaft bekomme die zugesagten Fördermittel ja nur für den Fall, dass das Projekt auch wirklich realisiert wird. Die bisher angelaufenen knapp 430.000 Euro wurden aber durch Eigenmittel der Gesellschaft gedeckt. Diese Mittel wurden nicht nur für Projektentwicklung, Architekturwettbewerb, die Planung des Bauwerks und die ersten Arbeiten auf der Baustelle, sondern auch für die geforderten wirtschaftlichen und freizeittouristischen Untersuchungen und die Entwicklung des Ausstellungskonzeptes verwendet.

Das Projekt Wasserturm Hainburg, das seit 1998 auf Grundlage von zwei mehrheitlichen bzw. einstimmigen Gemeinderatsbeschlüssen entwickelt wird, hat alle zu seiner Realisierung notwendigen Bewilligungen. Seit August 2001 bekämpft eine Bürgerinitiative das Projekt und bekam dabei insbesondere in den letzten Wochen massive mediale Unterstützung.

Der Nationalpark wird nunmehr in Hainburg die bestehende kleine Nationalpark-Informationsstelle am Hauptplatz weiter betreiben. Ein neues Projekt müsste von Grund auf neu entwickelt werden. „Eine Pflanze ist schnell ausgerissen, aber es braucht Zeit, bis wieder eine neue heranwächst“, so Manzano.

Nun stehen als Standort wieder mehrere Nationalpark-Gemeinden zur Diskussion, der überwiegende Teil des Nationalparks liegt am Nordufer der Donau. „Wir haben 2002 ganz andere Optionen als 1998, als die Entscheidung für den Standort Wasserturm gefallen ist. Es ist nicht sinnvoll, sich jetzt vorschnell auf ein neues Projekt festzulegen. Eines ist aber klar: Die Entwicklung eines neuen Projekts braucht Eigenmittel, die beim Nationalpark nun nicht mehr vorhanden sind. Wahrscheinlich werden wir ein Projekt in dieser Größenordnung nur dann entwickeln können, wenn sich die jeweilige Gemeinde finanziell beteiligt“, so Manzano abschließend.


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