09.04.2002 | 00:00

Fremdpatienten-Kosten Wiens sind hausgemacht

Sobotka: „Laufende Diskussion ist ein alter Hut!“

Als überflüssig bezeichnet Finanz-Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka die von der Stadt Wien immer wieder ins Spiel gebrachte Diskussion um die finanzielle Abgeltung der niederösterreichischen Fremdpatienten in Wien. Das Land weist den von der Stadt Wien erhobenen Vorwurf, für die Behandlungskosten hätte allein die Bundeshauptstadt aufzukommen, entschieden zurück. „Die von Wien in dieser Causa vorgelegten Zahlen sind unvollständig und stimmen so einfach nicht. Zur Abdeckung der Kosten für Gastpatienten und für den Wohnbau erhält Wien schon jetzt aus dem Finanzausgleich insgesamt fast eine Milliarde Euro mehr als Niederösterreich. Das ist weit mehr, als der Stadt auf Grund ihrer Bevölkerungszahl eigentlich zusteht“, rechnet Sobotka vor.

Auch seien die Wiener Gesundheitspolitiker aufgefordert, zuerst in ihrem eigenen Haus den Sparstift anzusetzen. Während nämlich ein Pflegebett in den niederösterreichischen Spitälern durchschnittlich 312 Euro am Tag kostet, sind es in den Wiener Krankenanstalten 552 Euro. „Kein anderes Bundesland hat bei den Pflegebetten so hohe Kosten wie Wien. Klar, dass niederösterreichische Patienten dann mehr Kosten verursachen. Diese sind aber hausgemacht“, stellt Sobotka klar.

Außerdem müsse man die Frage der Gastpatienten auch einmal umgekehrt betrachten: Im Jahr 2000 lagen 13.000 Wiener Patienten in Niederösterreichs Spitälern, die Kosten in der Höhe von knapp 100 Millionen Euro verursacht haben.

„Diese Debatte ist ein alter Hut des letzten Gesundheitsstadtrates, den sich die neue Gesundheitsstadträtin in Wien nun aufsetzen will“, kommentiert Sobotka die laufende Diskussion abschließend.


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