04.04.2002 | 00:00

Der Wienerwald als gemeinsames Natur- und Kulturerbe

Wien und NÖ: Gemeinsame Jubiläumsausstellung in Mauerbach

Vor tausend Jahren schenkte Kaiser Heinrich II. den Babenbergern ein großes Waldgebiet. In einer Urkunde des 14. Jahrhunderts wird der Wald erstmals „Silva Viennensis“ (Wienerwald) genannt. Seither entwickelte sich der Wald, der seinen Namen der Stadt Wien verdankt, sich aber zum wesentlich größeren Teil in Niederösterreich ausbreitet, vom einstigen Urwald zum „Kulturwald“. Das nehmen beide Bundesländer zum Anlass, in der Kartause Mauerbach, selbst ein wesentlicher kultur- und geistesgeschichtlicher Bestand im Wienerwald, eine Jubiläumsausstellung zu gestalten. Titel der vom 12. Mai bis 27. Oktober stattfindenden Schau ist „G’schichten aus dem Wienerwald“, abgeschaut von Johann Strauß und Ödön von Horvath, aber voll zutreffend für das Gebotene.

Grundlage des Konzeptes sind die unterschiedlichen Aspekte in der Beziehung zwischen Mensch und Wald. Nur besonders asketische Orden wie Zistersienser und Kartäuser wagten sich in den Urwald und bereiteten die Besiedlung vor. Die Türkenbelagerungen bedeuteten für die inzwischen entstandenen Orte einen Rückschlag, aber dann setzte auch die verkehrsmäßige Erschließung ein: z.B. mit der Reichsstraße (heute B 1) und die Westbahn, beide mitten durch den dichten Wald gebaut.

Im 19. Jahrhundert dann die Eroberung des Wienerwaldes durch die Großstadtbewohner und die Entdeckung durch Künstler aller Sparten. Waldmüller, Schubert, Beethoven, Stifter und Raimund, sie alle wurden durch den Wienerwald inspiriert. Die Rettung des Wienerwaldes durch Joseph Schöffel ist allgemein bekannt. Heute ist der Wienerwald Naherholungsgebiet Wiens und ein Ort für vielfältige sportliche Tätigkeiten.

Die Kartause Mauerbach erwies sich als idealer Ausstellungs-Standort, weil sie selbst in der Geschichte des Gebietes eine wichtige Rolle spielt und weil sie, vollständig erhalten und vom Bundesdenkmalamt als Zentrum der Bau-Denkmalpflege genutzt, auch räumlich voll entspricht. Sie ist außerdem im Einzugsgebiet der Großstadt gelegen und sehr leicht zu erreichen.

In der Ausstellung wird exemplarische Kunst aller Sparten geboten. Das Historische Museum der Stadt Wien und das NÖ Landesmuseum stellen die schönsten Stücke aus ihre Beständen zur Verfügung. Die Ausstellung bietet somit nicht nur ein wichtiges Kapitel aus der Siedlungsgeschichte Österreichs, sondern auch einen absoluten Kunstgenuss.

Zu der vom 12. Mai bis 27. Oktober in der Kartause Mauerbach stattfindenden Ausstellung „G’schichten aus dem Wienerwald – vom Urwald zum Kulturwald“ der Bundesländer Wien und Niederösterreich erscheint ein Katalog. Nähere Auskünfte gibt es bereits jetzt bei „Ponte – Organisation für Kulturmanagement“, Telefon 01/503 93 90.


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