04.04.2002 | 00:00

Fischer-Deponie: Baustraße vor Fertigstellung

Rund 840.000 Tonnen warten auf Entsorgung

Die Vorbereitungsarbeiten zur Räumung der Fischer-Deponie in Theresienfeld (Bezirk Wiener Neustadt) gehen planmäßig voran: Nachdem im vergangenen Jahr die Grundverhandlungen und Behördenverfahren für die erforderliche Zufahrtsstraße zur Deponie positiv abgeschlossen werden konnten und die Ausschreibung für die Baustraße abgewickelt war, wurde im Herbst mit der Errichtung der neuen Zufahrt begonnen. Die rund 3 km lange Straße stellt den Verkehr zwischen der Deponie und dem Straßennetz außerhalb des Wohngebietes sicher. Ein Teil der neuen Zufahrtsstraße, nämlich der in Ost-West-Richtung zur B 17 hin verlaufende Ast, wird als öffentliche Straße geführt. Der Nord-Süd-Ast dient lediglich dem Baustellenverkehr zur Fischer-Deponie.

Der Bau der Straße ist nunmehr fertiggestellt. Bei einer Verkehrsverhandlung wurden jetzt die erforderlichen Verkehrszeichen, Leiteinrichtungen und Bodenmarkierungen festgelegt. Diese Maßnahmen werden in den nächsten Wochen durchgeführt. Dann kann die Straße in Betrieb genommen werden.

Parallel zu diesen Arbeiten werden derzeit von der Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt die notwendigen Vergabeverfahren für eine Auftragserteilung durchgeführt. Insgesamt drei Vergabeverfahren für die Räumung der Fischer-Deponie sind anhängig:

die Räumungs-, Transport- und Entsorgungsleistungen

die örtlichen Aufsichten

eine überörtliche Aufsicht Chemie

Alle drei Ausschreibungen erfolgten EU-weit, die Angebotsfristen sind Ende Februar 2002 abgelaufen. Die eingelangten Angebote werden nun von Experten, Sachverständigen und Behördenvertretern geprüft. Eine Entscheidung ist bis Ende April 2002 (für Räumung/Transport/Entsorgung) bzw. Ende Juni 2002 (für die Aufsichten) vorgesehen.

Die Fischer-Deponie ist im Altlastenatlas mit der Prioritätsstufe 1 ausgewiesen. Bei dieser Altlast handelt es sich um die Verfüllung einer Schottergrube ohne jegliche bauliche Abdichtung der Sohle gegenüber dem gut durchlässigen Untergrund. Die Sohle der Deponie liegt im Grundwasserschwankungsbereich. Die Mitterndorfer Senke, der Standort der Deponie, ist als einer der bedeutendsten Grundwasserspeicher Mitteleuropas anzusehen. Das Gesamtvolumen der Ablagerungen wird mit rund 500.000 Kubikmetern bzw. 840.000 Tonnen geschätzt. 75 Prozent des Volumens bestehen aus Hausmüll, hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen und Sperrmüll, 25 Prozent aus mineralischen Abfällen, besonders Bauschutt und kontaminiertem Aushubmaterial. In dieses Abfallgemisch eingelagert sind Tausende Fässer mit Lackresten, Lösemittel- und Destillationsrückständen.


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