19.03.2002 | 00:00

Wirtschaftskammern der Ostregion bereit zur EU-Erweiterung

Umfrage in Nachbarländern berechtigt zu großen Hoffnungen

Die Wirtschaftskammern Wiens, Niederösterreichs und des Burgenlandes kooperieren angesichts der EU-Erweiterung und wollten es genau wissen: Eine Umfrage in Tschechien, Ungarn und der Slowakei, in Auftrag gegeben bei der Österreichischen Gesellschaft für Marketing, gibt Grund zu großen Hoffnungen auf österreichischer Seite. Die Betriebe in der österreichischen Ostregion können von der Öffnung der Hoffnungsmärkte gewaltig profitieren. Schon 2001 gingen mehr als 6 Milliarden Euro österreichischer Exporte nach Tschechien, Slowakei und Ungarn, ein Drittel davon kam aus der Ostregion. Dazu kommt eine jährliche Wachstumsrate zwischen drei und vier Prozent für die Erweiterungsländer. Die Umfrage zeigt auch, dass die Kooperation im Export und Vertrieb im Vordergrund steht, weiters der Einkauf von Gütern und Vormaterialien in Österreich. Produktionskooperation streben zwischen 31 und 44 Prozent der Unternehmen, je nach Land, an. Darin stecken gewaltige Exportchancen für die Betriebe der Ostregion. Der Handel mit seinem Vertriebsapparat wird noch mehr als bisher als Partner gefragt sein.

Ein gewichtiges Argument gegen Ängste vor dem niedrigen Lohnniveau der Beitrittsländer, die in Österreich vielfach vorherrschen, liest NÖ Wirtschaftskammerpräsidentin KR Sonja Zwazl aus der Umfrage: Die überwiegende Zahl der Unternehmer in den Beitrittsländern glaubt, dass das Lohnniveau bereits in den ersten Jahren nach dem Beitritt steigen wird. Nicht nur in Österreich, auch in den Beitrittsländern gibt es Ängste vor der Erweiterung: Drüben glaubt man vor allem, dass qualifizierte Fachkräfte abwandern werden.

Das Umfrageergebnis deckt sich in Bezug auf Arbeitskräfte, die nach Österreich zur Arbeit kommen wollen, mit bisherigen Untersuchungen: Auszugehen ist für die ersten Jahre nach der Erweiterung von jährlich 30.000 bis 40.000 Personen, die in Österreich arbeiten wollen, die Hälfte davon als Pendler. Dies würde den Bedarf an zusätzlichen qualifizierten Arbeitskräften abdecken, den das WIFO bis 2005 errechnet hat.

„Niederösterreich besitzt die längste EU-Außengrenze und steht vor den größten Herausforderungen“, so Zwazl. „Trotz großer Bemühungen des Landes und der Wirtschaftskammer ist Niederösterreich als Zielland für Gäste aus den Nachbarländern noch immer von untergeordneter Bedeutung. Hier herrscht enormer Nachholbedarf!“ Bei den Nachbarländern geben lange Übergangsfristen Grund zur Kritik, mehr als die Hälfte der Befragten halten sie für wenig sinnvoll. Die Erweiterung im Jahr 2004 wird mehrheitlich herbeigesehnt. Wenn sich die österreichischen Betriebe auf diesen Zeitraum einstellen, so können sie auf die volle Unterstützung durch die Kammerorganisationen rechnen.


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