07.03.2002 | 00:00

Prokop und Kranzl zum „Tag der Frau“ am 8. März:

„Leitfaden für Antragstellerinnen“ erschienen

Mit der Präsentation des „Leitfadens für Antragstellerinnen über Gender Mainstreaming, EU-Förderungen, Informationen, Tipps und Adressen“ des Frauenreferates des Amtes der NÖ Landesregierung gaben gestern Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop und Landesrätin Christa Kranzl bei einer Pressekonferenz im NÖ Landhaus dem bevorstehenden „Tag der Frau“, der morgen, Freitag, 8. März, begangen wird, besonderes Gewicht.

Vieles sei schon geschehen, jedoch ohne frauenfördernde Maßnahmen seien Fortschritte immer noch nicht möglich, sagte Prokop. Im vergangenen Jahr seien 226.253 Frauen in Niederösterreich unselbstständig erwerbstätig gewesen, um 3.426 mehr als 2000. Frauen hätten in Niederösterreich bereits häufiger als Männer einen Abschluss einer mittleren oder höheren Schule. Aber noch immer würden die Frauen ihre Berufswahl anhand der traditionellen Rollenbilder – Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau, Frisörin oder Köchin bzw. Kellnerin – treffen. Um diesem Trend entgegenzusteuern, haben die NÖ Landesakademie, die Industriellenvereinigung, das NÖ Frauenreferat und das Mentoring Center das Projekt „Meine Zukunft ist OK“ geschaffen. „Denn nach wie vor gibt es große Einkommensunterschiede, Frauen verdienen für die gleichwertige Arbeit rund ein Drittel weniger als Männer“, meinte Prokop. „Und das, obwohl Frauen heute de jure völlig gleichgestellt sind.“

Besonders das Frauenreferat der NÖ Landesregierung setzt immer wieder Initiativen, wie z.B. das Mentoringprojekt, die Landfraueninitiative, das Projekt „Gegen Gewalt an Frauen“ und anderes mehr, argumentierte Prokop. Auch biete das NÖ Frauenreferat Hilfe bei der Projekteinreichung an, wenn es um EU-Fördermittel gehe. Zudem sei der „Nationale Aktionsplan für Beschäftigung“ erfolgreich, wie etwa der Berufsvorbereitungskurs „Elektra IV“ für an Technik und Handwerk interessierte Mädchen zwischen 15 und 20 Jahren beweise.

Als weiteres Projekt des NÖ Frauenreferates nannte Kranzl die „Gewalt gegen Frauen“: Jede fünfte bis zehnte Frau sei im Laufe ihres Lebens von Gewalt betroffen. Gewalt beeinträchtigt, so Kranzl, die physische und psychische Gesundheit. „75 Prozent der misshandelten Frauen nehmen irgendwann medizinische Hilfe in Anspruch“, sagte Kranzl. Ärzte und Pflegepersonal würden daher bei der Aufdeckung von Gewalt eine Schlüsselposition einnehmen. Auf Initiative des Frauenreferates sei in Zusammenarbeit mit der NÖ Landesakademie und den Frauen- und Mädchenberatungsstellen in Niederösterreich ein Fortbildungscurriculum für medizinische Berufsgruppen entwickelt worden. „2001 wurden für 18 niederösterreichische Krankenhäuser jeweils zweitägige Seminare angeboten. 68 Mitarbeiterinnen von chirurgischen und gynäkologischen Abteilungen oder Ambulanzen haben daran teilgenommen.“ In drei niederösterreichischen Krankenhäusern habe diese Seminarreihe bereits Aufnahme in die interne Aus- und Weiterbildung gefunden.


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