11.02.2002 | 00:00

Innovative Orientierungskonzepte statt Schilderwald

Pröll: Der Mensch steht im Mittelpunkt!

Das Land Niederösterreich will nun dem ausufernden Schilderwald mit einem innovativen, psychologisch orientierten Ansatz begegnen. Bisher wurde die Beschilderung im Straßenraum vornehmlich aus technischer oder rechtlicher Sicht beleuchtet, ohne dabei die menschliche Wahrnehmungsfähigkeit ausreichend zu berücksichtigen. „Niederösterreich geht hier einen anderen Weg und bietet ein Handbuch zur Gestaltung von innerörtlichen Orientierungssystemen an, das nach psychologischen Kriterien entwickelt wurde. Schließlich steht der Mensch im Mittelpunkt!“, merkt dazu Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll an.

„Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass ein oberflächlicher Versuch, die Anzahl der Schilder zu reduzieren, zum Scheitern verurteilt ist. Erst durch ein systematisches Orientierungskonzept, das die Fähigkeiten des menschlichen Gehirns berücksichtigt, kann die Zahl der Schilder ohne Abstriche bei der Orientierungsqualität reduziert werden“, ergänzt Projektleiter Dipl.Ing. Christoph Westhauser.

Die von Verkehrsexperten des Landes gemeinsam mit Motiv- und Kommunikationsforschern gesammelten Erkenntnisse wurden jetzt in einer übersichtlichen Broschüre zusammengefasst und sollen in Zukunft von allen niederösterreichischen Gemeinden berücksichtigt werden. Die neuen Gestaltungsrichtlinien für innerörtliche Orientierungssysteme reichen von der strategischen Planung bis zur Gestaltung der einzelnen Schilder und bauen auf vier Pfeilern auf: der Anknüpfung an psychologische Orientierungsstrategien des Menschen, einer leichten Erkennbarkeit und Auffindbarkeit der wichtigen Achsen, der raschen Unterscheidbarkeit momentan relevanter und irrelevanter Informationen sowie einer wahrnehmungspsychologisch optimierten Schildergestaltung.

Das bedeutet etwa, dass auffällige Orientierungspunkte (Berge, Hügel, auffällige Gebäude, Flüsse, Straßen, Wege), die es Besuchern ermöglichen, rasch einen klaren Überblick zu gewinnen, für das Orientierungssystem Priorität haben. Großer Nachholbedarf besteht bei deutlichen, auch für Fahrzeuglenker leicht wahrnehmbaren Straßennamensschildern und Hausnummern, die das Auffinden von Adressen erheblich erleichtern und so zahlreiche zusätzliche Hinweisschilder überflüssig machen.

Zudem bleiben in Zukunft die gewohnten längsformatigen Wegweiser den Fernzielen bzw. besonders wichtigen Nahzielen vorbehalten. Für alle anderen Zielangaben (Freizeiteinrichtungen, Betriebe etc.) sind hochformatige Tafeln vorgesehen, was sowohl der Orientierung als auch der Verkehrssicherheit dient. Schlussendlich sollen die Schilder auch in ihrer Gestaltung optimiert werden. Gefällige Schilder werden rascher wahrgenommen, stören das Ortsbild weniger und können außerdem eine Belebung der Ortskerne bzw. der lokalen Geschäfte unterstützen.

Die Broschüre „Gestaltung innerörtlicher Orientierungssysteme“ erhält man gegen einen Druckkostenbeitrag von 1,5 Euro beim Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Gesamtverkehrsangelegenheiten, 3109 St.Pölten, Landhausplatz 1, Haus 16, Telefon 02742/9005-14973, e-mail post.ru7@noel.gv.at. Im Internet gibt es eine Kurzfassung zum Herunterladen unter www.noe.gv.at/verkehrsberatung.


Zu diesem Artikel gibt es eine unterstützende Audiodatei. Diese ist zum Download nicht mehr verfügbar. Bitte wenden Sie sich an: presse@noel.gv.at

RÜCKFRAGEHINWEIS

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
Landesamtsdirektion - Pressedienst
E-Mail: presse@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-12163
Fax: 02742/9005-13550
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten
© 2017 Amt der NÖ Landesregierung