25.01.2002 | 00:00

Onodi will zusätzliche Kräfte für den Pflegebereich anwerben

Auch die Möglichkeit, sich aufschulen zu lassen, kommt

In Niederösterreich würden laut einer NÖGUS-Bedarfsanalyse bis zum Jahr 2005 3.130 diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen benötigt, davon 1.839 für den Krankenhausbereich, der Rest für Pflege- und Pensionistenheime, bei den sozialen Diensten und bei den Krankenversicherungsträgern. „Wir haben also einen ziemlich hohen Bedarf“, sagte gestern Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi in einer Pressekonferenz im NÖ Landhaus in St.Pölten. Außerdem sei für diesen Zeitraum ein Bedarf von 1.140 Pflegehelfern errechnet worden, davon 214 für den Krankenhausbereich. Zusätzliche Fachkräfte werden zudem benötigt, weil MitarbeiterInnen mit Zusatzausbildungen – zum Beispiel für den Intensivbereich – aufgenommen werden müssen. Auch Spitalserweiterungen und der Betriebsbeginn neuer Einrichtungen spielen hier eine Rolle. Man müsse also die Pflegeberufe bewerben, meinte Onodi. Verschiedenste Ursachen – unter anderem die sinkende Bevölkerungszahl – hätten jedoch derzeit einen Rückgang an Bewerbungen für die Gesundheits- und Krankenpflegeschulen in Niederösterreich zur Folge. „Der NÖ Gesundheits- und Sozialfonds hat deshalb bereits Ende des Vorjahres eine Werbekampagne für Pflegeberufe ins Leben gerufen“, meinte Onodi. Vor allem jungen Menschen, aber auch der Öffentlichkeit soll die Kranken- und Altenpflege schmackhaft gemacht werden. Die Werbekampagne werde, so Onodi, erfolgreich sein, denn „ein Beruf mit Zukunft ist das schon deshalb, weil der Beruf immer auch mit Menschen zu tun hat“. Die Kosten für diese Kampagne betragen rund 73.000 Euro. Diese Kampagne sei – etwa mit Plakaten – bereits angelaufen, sagte Onodi, ein zweiter Teil beginne jetzt.

Unabhängig von dieser Aktion, die von allen im NÖGUS vertretenen Regierungsmitgliedern in den kommenden Wochen unterstützt wird, möchte Onodi auch die Weiterbildung von bereits in Krankenhäusern arbeitenden PflegehelferInnen zum Diplom ermöglichen. „Man kann sich also aufschulen lassen. Damit kann man nicht nur erfahrenen PflegehelferInnen die Möglichkeit geben, ihr Ausbildungsniveau und zugleich auch die Begeisterung für ihren Beruf zu steigern. Auch für jüngere MitarbeiterInnen wird der Spitalsbereich in all seiner Vielfältigkeit durch die Möglichkeit von Einsätzen in den verschiedenen Abteilungen attraktiver“, argumentierte Onodi. Ein erstes Gespräch mit dem Arbeitsmarktservice verlief erfolgreich: Wenn sich die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter zur höheren Qualifikation, also für das Krankenpflegediplom, entschließe, dann übernehme das Arbeitsmarktservice für 1,5 Jahre die Hälfte der Lohnkosten für die Ersatzkräfte, also für jenes Pflegepersonal, das während der Ausbildung einspringe.


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