24.01.2002 | 00:00

Internationales Ausstellungszentrum Schallaburg:

Sudan-Ausstellung zeigt Vielfalt von Kulturen

Die größte für heuer geplante Ausstellung auf Schloss Schallaburg ist dem Thema „Sudan – Arabien und Schwarzafrika am Nil“ gewidmet. Es ist das größte Land Afrikas, es weist die verschiedenartigsten Landschaften auf und wird von rund 600 verschiedenen Stämmen bewohnt. Was sich auf der Landkarte als einheitlicher Staat darstellt, ist in Wirklichkeit ein Nebeneinander von verschiedenen Kulturen. Im Norden dominieren die arabische Kultur und der Islam, im Süden haben schwarzafrikanische Völker ihre ursprüngliche Lebensweise bewahrt. Der Afrikareisende Erich Pröll besuchte den Sudan 15 Mal, die Idee zu einer Ausstellung drängte sich auf. In Art und Größe ist diese Sudan-Ausstellung erst- und einmalig: Sie zeigt das für den Sudan typische Zusammentreffen der Kulturen. Die Ausstellungsarchitektur geht auf das Land ein: Im ganzen Haus geht man auf Lehmboden und erlebt die Gerüche und Geräusche eines arabischen Basars.

Man lernt den „Schwarzen Sudan“ kennen, der von verschiedenartigen Völkern bewohnt wird. Die Shilluk leben unter einem Gottkönig, in dessen Händen sich alle Macht konzentriert; die Dinka sind Viehzüchter, haben strenge Regeln des Zusammenlebens, erkennen aber keine staatliche Autorität an. Die Nomaden im Norden des Landes haben eine andere Lebensweise, die stärksten Volksgruppen sind die Beja und die Raschiden. Die Handedowas gelten als Krieger des Mahdi, sie kämpfen heute noch mit dem Schwert und sind kriegerisch. Die Raschiden züchten auch Rennkamele, die in die ganze arabische Welt verkauft werden. Auch der Sudan besitzt Zeugen einer längst vergangenen Hochkultur. Prächtige Tempel und Pyramiden sind noch erhalten.

Die Ausstellung befasst sich auch mit dem Schicksal österreichischer Forscher wie Rudolf Slatin und Franz Binder sowie mit der Zeit des Mahdi, des „Erwarteten“, der mit seinen Anhängern gegen die ägyptisch-britischen Armeen zu Felde zog.

Zu dieser Ausstellung erscheint auch ein reichlich bebilderter, ansprechend gestalteter Katalog.

Nähere Informationen erhält man auf Schloss Schallaburg, Telefon 02754/6317.


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