07.12.2001 | 00:00

Fahrgemeinschaften für die 200.000 Wien-Pendler

Sobotka, Schicker und Bieler präsentieren neue Offensive

In Wien präsentierten gestern Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka, Wiens Verkehrsstadtrat Dipl.Ing. Rudolf Schicker und Burgenlands Straßen-Landesrat Helmut Bieler eine neue, unter der Federführung Wiens entstandene Offensive für Fahrgemeinschaften nach und von Wien.

Schicker betonte dabei, 200.000 Menschen pendelten täglich von bzw. nach Wien. Insbesondere aus dem Süden, Südosten und aus der Stockerauer Region bestehe mit 75 bis 78 Prozent ein deutlicher Überhang des Pkw-Verkehrs. 10 Prozent der Pendler wären bereit, Fahrgemeinschaften einzugehen. Bis 2010 wäre dadurch eine Ersparnis von 36.000 Tonnen CO2 zu erreichen. Bis Februar 2002 läuft die erste Phase des Pilotprojekts, dessen entscheidendes Argument für Schicker in der Kostenersparnis für die Pendler liegt.

Sobotka stellte in Aussicht, die Initiative möglichst kooperativ zu unterstützen. Sie passe sehr gut in die niederösterreichische Maßnahmenreihe von Park-and-ride-Anlagen, Doppelstockwaggons, 10-Minuten-Takt auf der Südbahn in Spitzenzeiten etc. Bereits drei bis vier Prozent Verkehr einzusparen bringe eine deutliche CO2-Reduzierung und mehr Qualität für die Verkehrsteilnehmer. Die NÖ Verkehrsspargemeinde Langenlois habe allein durch kleinräumige Fahrgemeinschaften u.a. bereits sieben Prozent des Pkw-Verkehrs vermindert. Niederösterreich wird ca. 2.000 bis 3.000 Stellflächen entlang hochrangiger Straßen als Parkplätze befestigen, um dort zum Umsteigen auf Fahrgemeinschaften zu motivieren. Auch die mögliche Reservierung eigener Fahrstreifen sei ein Thema, so Sobotka.

Bieler sprach von einem wesentlichen Modellstein für die Lösung des Pendlerproblems, jeder innovative Schritt, die Pendlerströme besser zu organisieren, sei begrüßenswert. Weniger Warten im Stau bedeute weniger Kosten und einen geringeren Wert auf der „Nach oben offenen Nervenskala“. 10 Prozent der angesprochenen Pendler kommen aus dem Burgenland und verbringen ein Monat pro Jahr im Auto.

Die neue Initiative funktioniert so, dass auf Foldern oder auf der vom ÖAMTC gestalteten Homepage www.fahrgemeinschaften.at Start- und Zielort, gewünschte Fahrtzeiten und Kontaktmöglichkeiten eingetragen werden. Nach der Anmeldung wird automatisch eine Liste mit den idealen Fahrgemeinschafts-Partnern zugesandt. Außerdem steht eine Fahrgemeinschafts-Hotline unter der Nummer 01/711 99-1377 zur Verfügung.

Finanziert wird das auch von Fiat unterstützte Projekt von der Raiffeisen-Landesbank Niederösterreich-Wien. Der Park-and-ride-Anlagenbetreiber APCOA stellt an insgesamt sechs Standorten in Wien jeweils zehn Gratisstellplätze zur Verfügung. Der ARBÖ bietet Stellplätze bei den Prüfzentren im Wiener Umland und darüber hinaus verbilligte Fahrtechniktrainings an. Der VOR informiert über sein Angebot, damit man im „Notfall“ auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause kommt.


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