04.12.2001 | 00:00

295 Tonnen Düngemittel, 15 Tonnen Acryl-Dichtstoffe:

Illegales Lager in Zillingdorf wird geräumt

Die Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt hat gestern, Montag, begonnen, im Rahmen einer Zwangsvollstreckung ein illegales Lager von rund 295 Tonnen Düngemittelkonzentraten und von ca. 15 Tonnen Acryl-Dichtstoffen zu räumen. Dieses Lager ist mitten im bebauten Gebiet von Zillingdorf gelegen. Die Räumung wurde notwendig, weil für diese Lagerung keine Genehmigungen vorhanden sind. Auch haben die Umstände bei der Lagerung bereits zu Schäden an Gebinden geführt. Dadurch ist die Gefahr entstanden, dass bei Temperaturen unter 0 Grad weitere Gebinde aufplatzen. Die Inhalte der Gebinde sind flüssig bis pastös. Sie stellen eine Gefahr für das Grundwasser dar. Ein Brand hätte zu Gefährdungen der Gesundheit von Anrainern führen können.

Bis zum Jahr 1991 bestand an diesem Standort eine gewerbebehördlich genehmigte Betriebsanlage zur Erzeugung von Naturdünger. Die Gewerbeberechtigung wurde im November 1991 zurückgelegt. Bei einer abschließenden Überprüfung waren keine Lagerungen oder Produktionsmittel mehr vorhanden.

Die jetzt zu räumenden Produkte waren ursprünglich in einem Betrieb im Bezirk Baden gelagert und wurden dann illegal nach Zillingdorf gebracht. Eine Forderung vom Finanzamt, welche diese Produkte bereits 1996 pfändete, war ergebnislos. Seit der Wiederauffindung der Waren ist eine Verwertung versucht worden. Da diese Bemühungen nicht erfolgreich waren, war wieder die Bezirkshauptmannschaft am Zug. Im April 2000 hatte nämlich die Bezirkshauptmannschaft durch Beschwerden der Anrainer bzw. durch die Marktgemeinde Zillingdorf erfahren, dass in der ehemaligen Produktionshalle Lagerungen von Material und sogar Arbeiten nicht ausgeschlossen werden können. Bei einer Überprüfung am 29. Mai 2000 musste festgestellt werden, dass in der Halle Metallfässer und eine große Anzahl von Kunststoffkanistern – größtenteils auf Paletten – gelagert werden. Einige Gebinde waren bereits beschädigt, zähflüssige Stoffe auf dem Hallenboden ausgelaufen. Die ursprünglichen Eigentümer und die für die Einlagerung verantwortliche Gesellschaft wurden verpflichtet, die nachweisliche Entsorgung der gelagerten Produkte zu veranlassen. Das geschah aber nicht, wodurch zuerst die Entfernung des Lagers durch Ersatzvornahme mit spätestens 30. September 2001 angedroht wurde.

Jetzt wird sie auch vollstreckt. Nach einer Ausschreibung der Arbeiten konnte die Firma Killer GmbH. & Co KG aus Leobersdorf als Bestbieter für die Räumung und Entsorgung gewonnen werden. Die Räumung wird rund 10 Tage dauern. Die Kosten betragen etwa 1,5 Millionen Schilling. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat trotz der derzeitigen Budgetsituation vorläufig die Kosten übernommen. Die Verursacher werden selbstverständlich zur Kostentragung herangezogen werden, jedoch befinden sich diese im Konkurs.


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