30.11.2001 | 00:00

LR Kranzl über Integrationsbericht 2001:

Im Kindergartenwesen im europäischen Spitzenfeld

Landesrätin Christa Kranzl sprach heute, Freitag, im NÖ Landhaus in St.Pölten zum Integrationsbericht 2001 und über die Bemühungen, Kindern mit besonderen Bedürfnissen das Fortkommen im Kindergarten und später in der Schule möglichst zu erleichtern. Niederösterreich sei beispielgebend bei der Errichtung und der Führung von Kindergärten, aber auch bei der Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, sagte Kranzl. Mit einem aktuellen Stand von 44.896 Drei- bis Sechsjährigen, die in Niederösterreich 2.073 Gruppen bzw. 1.036 Kindergärten besuchen, und mit 2.950 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liege man im österreichischen, ja sogar im europäischen Spitzenfeld. Über „Anderssein“ wird unterschiedlich gesprochen, merkte Kranzl weiters an. Das Beste sei freilich, dass Menschen, die anders sind, bestmöglich integriert werden. Allerdings sei der „Weg zurück nicht weit“. Sie glaube jedenfalls, dass im Bereich der Menschen mit besonderen Bedürfnissen die Integration in den niederösterreichischen Kindergärten sehr gut funktioniere. Bei der Bereitstellung der Stützkräfte gebe es überwiegend ein Verständnis der Gemeinden, im Bereich der Interkulturellität werde aber doch noch sehr viel Aufklärungsarbeit benötigt.

Die niederösterreichische Kindergartenstatistik 2001 in Stichworten: Unter den 44.896 niederösterreichischen „Minis“, die einen Kindergarten besuchen, sind 484 Kinder mit besonderen Bedürfnissen. In der Einzelintegration befinden sich 222 Kinder in Gruppen mit 18 bis 24 „Minis“. 160 verbringen ihre Kindergartenzeit in Gruppen von 26 bis 28 Drei- bis Sechsjährigen. 152 Heilpädagogische Kindergärtnerinnen der Heilpädagogischen Assistenz, davon 29 in Karenz, unterstützen die Integration in Niederösterreich. Die derzeit 123 im Einsatz befindlichen Heilpädagogischen Kindergärtnerinnen sind teilweise in Teilzeit beschäftigt. 402 teilzeitliche Stützkräfte arbeiten im Betreuungsplan mit Kindergärtnerinnen, Heilpädagogischen Kindergärtnerinnen und Helferinnen unterstützend mit. Ideale Rahmenbedingungen und personelle Ausstattung weisen die 47 Heilpädagogischen Integrativen Gruppen auf, die überall dort entstehen, wo 3 bis 5 Kinder mit besonderen Bedürfnissen Förderung und Unterstützung benötigen. Diese Gruppen – die Zahl der Kinder ist mit höchstens 15 limitiert – werden derzeit von 201 Kindern mit besonderen Bedürfnissen gemeinsam mit 381 Gleichaltrigen besucht.

Die Diagnose der Behinderungen ist vielfältig: 21 Prozent der Kinder sind körperbehindert, bei 18 Prozent ist das Verhalten gestört, bei 47 Prozent die Intelligenz, 6 Prozent haben Defizite bei der Sprache, 5 Prozent beim Hören und 3 Prozent beim Sehen. Sowohl für die Heilpädagogischen Integrativen Gruppen als auch für die Einzelintegration ist die Nähe zum Wohnort ein unumstößliches Prinzip.

Bei der Diskussion über den Integrationsbericht standen auch andere Aspekte im Vordergrund, zum Beispiel Nahtstellengespräche zwischen Kindergarten und Schule, etwa auch mit Therapeuten, mit den Bezirksschulinspektoren und natürlich mit den Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen.


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