28.11.2001 | 00:00

Krems-Thallern: Bergwerkgedenkweg wird eröffnet

Von 1750 bis 1922 wurde Kohle abgebaut

Am Samstag, 1. Dezember, um 18 Uhr wird bei einem früheren Braunkohlenbergbau in Krems-Thallern ein Bergwerkgedenkweg eröffnet. Gleichzeitig finden auch eine Barbarafeier, eine Barbara-Andacht, gestaltet von Pater Maurus, die Segnung und Übergabe eines Feuerwehrjugendwimpels und die weihnachtliche Umrahmung durch das Bergmannsquartett Franz Huss statt. Um 20 Uhr folgt im nahen Gasthaus Gusenbauer ein Videovortrag über die Bergwerksaktivitäten. Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi, Dritter Landtagspräsident Ing. Johann Penz und SP-Klubobmann Landtagsabgeordneter Ewald Sacher haben sich zur Eröffnung des Bergwerkgedenkweges angesagt.

Den Bau des 9,2 Kilometer langen Bergwerkgedenkweges haben die Verschönerungsvereine der Katastralgemeinden Angern, Brunnkirchen, Oberfucha, Thallern, und Tiefenfucha durchgeführt. Die Kosten belaufen sich auf 300.000 Schilling (21.802 Euro). Der Rundwanderweg befasst sich mit dem historischen Bergbau der Gegend und verbindet nach einer Idee von Projektleiter Leopold Koller die Marktgemeinden Paudorf und Furth-Göttweig sowie die Stadtgemeinde Krems. An diesem Weg liegt auch der Schaustollen Angern, der bereits Mitte August 2001 eröffnet wurde.

Angern, Thallern und Tiefenfucha sind alte Bergwerksorte: In Thallern hat man schon ab 1750 Braunkohle mittlerer Qualität – sogenannte Glanzkohle – abgebaut. Mit der Kohle wurden die Schmieden der unmittelbaren Umgebung, aber auch etwa ein Ziegelofen in Wien-Simmering und verschiedene Magazine der Hauptstadt beliefert. Nach 1830 gewannen zuerst kurz Karl Michael Strömitz, dann Alois Miesbach und schließlich dessen Nachfolger Heinrich Drasche mit ihren Bergleuten die Braunkohle. Unter Drasche erreichte der Bergbau um 1870 seinen Höhepunkt. Die Förderung ließ aber schließlich entschieden nach, und 1886 wurde die Grube aufgelassen. Weitere Versuche folgten, zum Beispiel 1919. Drei Jahre später war aber nach dem Tod eines Bergmannes Schluss. In Tiefenfucha wurde ab 1920 und in Angern bis 1964 auch Ton abgebaut.


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