28.11.2001 | 00:00

Einzigartiges Natura 2000-Projekt in NÖ abgeschlossen

Onodi, Plank und Sobotka präsentieren Feinkartierung

Mehr als 30 Experten haben zwei Jahre lang 31 Prozent der Landesfläche Niederösterreichs genau unter die Lupe genommen, um die Feinkartierung der Natura 2000-Gebiete vorzunehmen. Das Erhebungsprojekt ist nun abgeschlossen und wurde gestern in St.Pölten von den zuständigen Regierungsmitgliedern Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi, Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank und Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka gemeinsam mit Dr. Gerhard Heilingbrunner vom Umweltdachverband präsentiert.

Kartiert wurden 19 Natura 2000-Gebiete, die nach der Fauna-Flora-Habitat (FFH) und der Vogelschutz-Richtlinie nominiert waren. Von den ursprünglich nach der FFH-Richtlinie nominierten 22 Prozent der Landesfläche wurden 6,3 Prozent als Lebensraumtypen abgegrenzt, gemeinsam mit den Tier-Vorkommen ergibt sich ein Flächenanteil von 11,3 Prozent FFH-Gebietsfläche für Niederösterreich. Relevant für die FFH-Richtlinie sind die Habitate von 67 Tier- und 6 Pflanzenarten. Die 19 nach der Vogelschutz-Richtlinie nominierten Gebiete zum Schutz von 52 Vogelarten auf ursprünglich 31 Prozent der Landesfläche sind noch in Bearbeitung.

Ursprünglich nominiert waren Flächen in Niederösterreich im Ausmaß von 3.438 Quadratkilometern, davon 1.209 Quadratkilometer in den drei alpinen und 2.229 Quadratkilometer in den 16 kontinentalen Regionen. Nach der Feinkartierung ergibt sich eine Fläche der Lebensraumtypen in den alpinen Regionen von 737 Quadratkilometern (61 Prozent Anteil der nominierten Flächen) und in den kontinentalen Regionen von 465 Quadratkilometern (21 Prozent Anteil der nominierten Flächen). Insgesamt sind das für Niederösterreich nun 1.202 Quadratkilometer (35 Prozent Anteil der nominierten Flächen).

Onodi erinnerte in diesem Zusammenhang an die Zielsetzung der Feinkartierung in Form flächenscharfer Feinabgrenzung, Bewertung der Lebensraumtypen und Habitate, Erarbeitung von Angaben zum Managementbedarf und projektbegleitender Öffentlichkeitsarbeit. Jetzt liege ein entsprechend fundiertes Werk vor, das geeignet sei, Unsicherheit und Ängste zu nehmen. In den nächsten Monaten würden vorerst die Ergebnisse und weitere Schritte in den betroffenen Regionen präsentiert.

Plank betonte, dass bei der Erarbeitung bereits Grundeigentümer und Interessenvertretungen eingebunden worden seien. Die Feinkartierung liefere eine parzellengenaue Definition gegen anonyme Ängste. Aufbauend auf einem offensiven Informationssystem erwartet er sich im Frühjahr 2002 einen entsprechenden Regierungsbeschluss und im Herbst 2002 die entscheidende Verhandlung mit der EU, die wiederum die Voraussetzung für die Erstellung der Managementpläne ist.

Sobotka zeigte sich stolz, dass Niederösterreich als einzige Region Europas ein derartiges Datenkonvolut vorlegen könne. Bei seinem Brüssel-Besuch werde anregen, einen EU-weiten Informations- und Datenpool mit „best practice“-Beispielen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Im Land selbst sollen die Managementpläne in engem Konnex zwischen Naturschutz und Raumordnung erstellt werden, der Raumordnungs-Beirat soll fundierte Empfehlungen an die Landesregierung abgeben.

Heilingbrunner sprach von einer für Österreich vorbildhaften Projektarbeit. Kein anderes Bundesland wisse so wie nun Niederösterreich, was auf einem Drittel der Landesfläche aus Sicht des Naturschutzes los sei. Die drei Flächen der alpinen Regionen seien von der EU bereits auf Punkt und Beistrich akzeptiert worden, wohingegen die anderen Bundesländer hier großen Nachnominierungsbedarf hätten.


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