21.11.2001 | 00:00

LR Kranzl: Gewalt ist gesellschaftlich zu ächten

Besonders Gewalt an Frauen in der Familie wird verharmlost

Auch im dritten Jahrtausend werde die Gewalt an Frauen nicht ernst genommen, sagte gestern Landesrätin Christa Kranzl in einem Pressegespräch in St.Pölten zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“, der am Sonntag, 25. November, stattfindet. Gewalt sei in unserer Gesellschaft noch immer „hoffähig“. Gewalt sei jedoch kein Mittel, irgendeinen Konflikt wirklich zu lösen. Gewalt müsse zurückgedrängt werden, sei gesellschaftlich zu ächten.

Besonders die Gewalt an Frauen im Familienleben werde verharmlost, meinte Kranzl weiter. Viele Gewalttaten würden in der Ehe, in der Partnerschaft passieren. Rund 300.000 Frauen seien in Österreich pro Jahr von Gewalt betroffen, wobei die Dunkelziffer viel höher liege. Im Jahr 2000 seien in Niederösterreich von den Behörden 448 Betretungsverbote ausgesprochen worden. In den Frauenhäusern in St.Pölten, Amstetten, Neunkirchen, Mödling, Mistelbach und Wiener Neustadt wurden im Vorjahr 392 Personen betreut.

Auch die vielen versteckten Formen von Gewalt an Frauen würden hierher gehören, sagten Kranzl und SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Nationalrätin Gabriele Binder. Beide forderten daher die Ächtung der Gewalt und im Besonderen der Gewalt an Frauen und Kindern, mehr weibliche Beamte bei der Gendarmerie, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und ein gesetzliches Verbot, Frauen ohne Einkommen und Vermögen als Bürgen zu „Familienkrediten“ zuzulassen.


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